Fernleihe auf hohem Niveau: Fachinformationsdienst Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung

1. August 2016 Kommentare deaktiviert für Fernleihe auf hohem Niveau: Fachinformationsdienst Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung

Diese Meldung lässt doch das Bibliotheks- und Bildungsherz gleich höher schlagen! Ein Dienst, der die in Deutschland „nicht verfügbare internationale Fachliteratur direkt an den Arbeitsplatz“ schickt (also Fernleihe auf „hohem Niveau“ betreibt) UND auf Wunsch sogar historische Quellen und Schulbücher digitalisiert!

Möglich macht dies der Fachinformationsdienst Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, der wiederum ein Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ist und im Rahmen des Fachportals Pädagogik angeboten wird. Und weil sich hier unter unseren Lesenden sicherlich Kenner der Materie befinden, die jetzt wissen wollen, wer hieran beteiligt ist (was ja meist von der Qualität der Arbeit zeugt), dem seien sie gerne genannt:

Verantwortlich ist ein Konsortium, dem das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) – mit seiner Abteilung „Informationszentrum Bildung“ (IZB) und der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) –, die Universitätsbibliothek der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin und das Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) angehören. Die beiden Universitätsbibliotheken realisieren die Direktausleihe.

 

REPORT ab 2015 als Open-Access-Zeitschrift

2. Oktober 2014 Kommentare deaktiviert für REPORT ab 2015 als Open-Access-Zeitschrift

Der „REPORT. Zeitschrift für Weiterbildungsforschung“ wird ab April 2015 über das Portal SpringerLink als Open-Access-Zeitschrift kostenfrei erscheinen, meldet der bisherige Alleinherausgeber, das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE). Zusätzlich wird eine Print-on-Demand-Ausgabe weiterhin im Abonnement und als Einzelheft angeboten.

Blick zur Nachbardisziplin 2014

17. Januar 2014 Kommentare deaktiviert für Blick zur Nachbardisziplin 2014

Immer wieder interessant für Ableitungen in den bibliothekarischen Bereich ist der Blick in die Weiterbildungsforschung. Beispielsweise zu diesen Schwerpunktthemen für 2014 des „Reports“, der maßgebenden Zeitschrift des DIE*, die soeben für ihren Cfp aufruft:

  1. Ethik der Erwachsenenpädagogik
  2. Kompetenzen im Erwachsenenalter
  3. Öffnung der Hochschulbildung für erwachsene Lerner

Mit dem Thema Ethik beschäftigen sich die Bibliothekwesen bereits schon seit  geraumer Weile. Doch wie verhält es sich mit den beiden anderen Themen? Sind wir bestands- und beratungsmäßig auf sie eingestellt? Vor allem der dritte Punkt dürfte uns in Nutzerhinsicht, sprich: im Servicebereich, vor veränderte bzw. neue Aufgaben stellen. Sind wir bereit für erwachsene Lerner? Wie erreichen wir sie? Lernen Erwachsene anders als junge Studierende? Was brauchen sie konkret von uns? Sagen Sie jetzt nicht: Großdruckbücher, Esatzlesebrillen und barrierefreie Zugänge … ja, schon auch, aber … hm, hm, … höchste Zeit, sich gedanklich mit der Zukunft zu beschäftigen.

* Instituts für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE)

AES 12 (3): Nutzen einer Weiterbildung

15. November 2013 Kommentare deaktiviert für AES 12 (3): Nutzen einer Weiterbildung

Folge 3 zur AES 2012*, hier aus dem Teil C: Subjektive Randbedingungen der Weiterbildungsentscheidung.

Heute werde ich einmal keine Zahlen bringen, sondern stattdessen aus den Kapiteln „Subjektive Nutzenbewertung“ und „Erwarteter und realisierter Nutzen“ die Antwortkategorien aufführen. Sie verraten uns nämlich, warum jemand eine Weiterbildung bzw. Fortbildung nutzt.

Aus Tab. 50: Hohe Nutzbarkeit der Weiterbildung nach Merkmalen der Weiterbildungsaktivitäten

  • Zum Erwerb eines Zertifikats/eines Prüfungsabschlusses
  • Um sich selbstständig zu machen
  • Zur besseren Ausführung einer ehrenamtlichen Tätigkeit
  • Zur Sicherung des Arbeitsplatzes
  • Zur Verbesserung der beruflichen Chancen
  • Zur Verbesserung der Aussichten auf einen Arbeitsplatz
  • Um die berufliche Tätigkeit besser ausüben zu können
  • Zum Erwerb von Kenntnissen/Fähigkeiten, die im Alltag nutzen
  • Um Wissen/Fähigkeiten zu einem Thema zu erweitern, das die Person interessiert
  • Zum Kennenlernen von Leuten und um Spaß zu haben
  • Verpflichtende Teilnahme

Aus Tab. 52: Dimensionen erwarteten und realisierten Nutzens von Weiterbildung

  • Persönlich zufriedener sein durch mehr Wissen und Können
  • In der Arbeit mehr leisten können
  • Neue berufliche Aufgaben übernehmen
  • In anderer persönlicher Hinsicht
  • Einen Arbeitsplatz oder einen neuen Job finden
  • Eine höhere Position im Beruf erhalten
  • Ein höheres Gehalt bekommen

* Adult Education Survey / Weiterbildungsverhalten in Deutschland. Der Datensatz zu den Befragen (18-64-Jährige) ist hier einsehbar.

AES 12 (2): Zufriedenheit

14. November 2013 Kommentare deaktiviert für AES 12 (2): Zufriedenheit

Folge 2 zur AES 2012*, hier aus dem Teil C: Subjektive Randbedingungen der Weiterbildungsentscheidung.

Der direkte Nutzen der Weiterbildung wird von den meisten Befragten sehr positiv
gesehen. Bei 94 Prozent der Weiterbildungsaktivitäten waren die Teilnehmenden
insgesamt zufrieden damit, was sie in der Weiterbildung gelernt haben oder noch
lernen.

Ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Vor allem, da es über mehrere Jahre hinweg offensichtlich gleich blieb, wie der Tabelle 29 zu entnehmen ist.

Bei 87 Prozent der Aktivitäten geben die Befragten an, die Kenntnisse
und Fähigkeiten „sehr viel“ (45%) oder „recht viel“ (42%) nutzen zu können. Nur
bei 2 Prozent der Aktivitäten gehen sie davon aus, diese gar nicht nutzen zu können.

Es liegt in der Natur der Sache, dass den betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen am Häufigsten eine hohe Nutzbarkeit zugesprochen wird. Denn anders als die individuellen berufsbezogenen und nicht-berufsbezogene Weiterbildung wird hier nicht „auf Vorrat“, sondern konkret auf die Arbeitsplatzverwendbarkeit hin gelernt.

Interessant: Kurzveranstaltungen fallen im Vergleich zu den beiden genannten Lernformen sowie dem Lernen am Arbeitsplatz etwas ab.

Und das trifft sich aufs Trefflichste mit meiner eigenen Einschätzung und – ja, ich gebe es zu! – Abneigung gegen das zunehmende „Lernen in Häppchen“. Was soll in einem Kurzworkshop von 2-3 Stunden groß herum kommen? Kaum hineingefunden ins Thema wird auch schon die Schlussrunde eingeläutet. Ich kann dem so gar nichts abgewinnen.

* Adult Education Survey / Weiterbildungsverhalten in Deutschland. Der Datensatz zu den Befragen (18-64-Jährige) ist hier einsehbar.

AES 12 (1): Fortbildungskosten

11. November 2013 Kommentare deaktiviert für AES 12 (1): Fortbildungskosten

Um individuelle Kosten der Weiterbildung geht es mir in meiner Folge 1 zur AES 2012*, hier aus dem Kapitel Teil C: Subjektive Randbedingungen der Weiterbildungsentscheidung.

Bei über der Hälfte der Weiterbildungsaktivitäten sind nach Auskunft der Teilnehmenden Kosten für Teilnahme- oder Prüfungsgebühren oder für Bücher und Lernmaterialien entstanden.

Das finde ich doch recht passabel. Ich bin mir sicher, dass dies eine im Verhältnis zu anderen Ländern noch recht ordentliche Bildungssituation in Deutschland widerspiegelt.

In der Tabelle 46 auf Seite 188 des Berichts lässt sich die Situation auf einem Blick gut überschauen.

46 Prozent der Weiterbildungsaktivitäten in 2012 fanden statt, für die keine Kosten entstanden sind. In 2010 waren es noch 51 Prozent.

Wie viele müssen alle Kosten berappen?

Nur etwa jeder fünfte Teilnehmende musste anfallende Weiterbildungskosten komplett selber tragen. Und auch nur bei 4 Prozent wurden die Kosten zwischen Teilnehmenden und anderen Stellen aufgeteilt. Dieser Stand ist gleichgeblieben mit dem Vergleichszeitraum.

Die Zahlen spiegeln natürlich nur einen Durchschnittwert wieder.  Der größte Unterschied ist bei der Kostenübernahme zwischen individueller berufsbezogener Weiterbildung und den Schulungen am Arbeitsplatz zu erkennen. Während bei ersterer 45 Prozent die Kosten gänzlich selbst getragen wurden, sind es bei letztere nur 5 Prozent. Noch größer ist der Unterschied der Kostenübernahme zum Privatunterricht, der mit 68 Prozent angegeben ist.

Interessant ist in Tabelle 47 auf Seite 189, wie hoch die selbst getragenen Kosten sind, die in Teilnahmefälle mit individuell getragenen Kosten sind.

Wie hoch sind die Kosten?

In 24 Prozent der Fälle – und damit der prozentuale Spitzenwert – betrugen sie zwischen 200 und 499 Euro. Und in 18 Prozent der Fälle sogar zwischen 500 und 1.499 Euro. Nur in 13 Prozent der Fälle betrugen sie unter 50 Euro und zwischen 50 und 99 Euro. Allerdings gab es auch 11 Prozent Teilnahmefälle, in denen 1.500 Euro und mehr bezahlt werden mussten.

Nur bei rd. jeder zehnten betrieblichen Weiterbildungsaktivität haben die Teilnehmenden selbst direkte Kosten übernommen. Bezogen auf die Teilnahmefälle mit individuell getragenen Kosten fiel bei diesen Aktivitäten jedoch mit 610 Euro ein erheblicher Eigenanteil an, der dem Durchschnitt aller Weiterbildungsaktivitäten
entspricht; bezogen auf alle Teilnahmefälle in der betrieblichen Weiterbildung ist die Kostenbelastung der Individuen mit 59 Euro jedoch relativ niedrig.

Da kann man nur sagen: bibliothekarische Weiterbildungskosten sind in der Regel sehr viel günstiger, wie ich aus meinen eigenen Erfahrungen her als Fortbildungsanbieterin sowie -teilnehmerin her weiß.

* Adult Education Survey / Weiterbildungsverhalten in Deutschland. Der Datensatz zu den Befragen (18-64-Jährige) ist hier einsehbar.

Bericht zum Weiterbildungsverhalten

8. November 2013 Kommentare deaktiviert für Bericht zum Weiterbildungsverhalten

Ein Gesamtbericht zum „Weiterbildungsverhalten in Deutschland“ als Open Access-Publikation innerhalb der DIE-Publikationsreihe „Theorie und Praxis der Erwachsenenbildung“ ist veröffentlicht.

Teil A widmet sich der Weiterbildungsbeteiligung und vergleicht Trends zur Teilnahme und zu den Aktivitäten sowie Trends innerhalb von Bevölkerungsgruppen, berichtet über aufgewendete Zeit und Weiterbildungsvolumen und über den Bildungs- oder Migrationshintergrund etc.

Teil B geht auf Strukturen und Segmente der Weiterbildung ein. Beispielsweise auf das Organisationsgefüge und Trägerstrukturen, auf betriebliche, individuelle berufsbezogene und nicht-berufsbezogene Weiterbildung.

Teil C nimmt die subjektiven Randbedingungen der Weiterbildungsentscheidungen ins Visier, so die Kosten und der Nutzen der Weiterbildung für Individuen, die Weiterbildungbarrieren und die Teilnahmemotivation sowie die Weiterbildungstransparenz und -beratung. Dies – und Teil D – ist für mich der spannendste Teil des Berichts, auf den ich die nächsten Male auch näher eingehen werde.

Teil D untersucht die weiteren Formen des Lernens im Erwachsenenalter, also die formale Bildung, das informelle Lernen sowie E-Learning und Fernunterricht als übergreifende Lernformen. Außerdem die kulturelle und soziale Teilhabe sowie die Kompetenzen der ausgewählten Felder „Computer- und Internet“ sowie „Fremdsprachen“.

Teil E schließlich ordnet die Ergebnisse übergreifend im europäischen Kontext ein und bietet einen Exkurs zum Nebeneinander von AES (Adult
Education Survey) und NEPS (The National Educational Panel Study, bekanntlich im schönen Bamberg angesiedelt) im Hinblick auf die Weiterbildungsforschung.

Wo bin ich?

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