Gedanken zum Internationalen Tag der russischen Sprache und des Kugelschreibers

6. Juni 2020 § 3 Kommentare

Der internationale Tag der russischen Sprache (russ. День русского языка / UN Russian Language Day) am 6.6. erinnert mich daran, dass ich im Laufe meines Arbeitslebens viele sogenannte (Spät-)Aussiedler/innen, also Deutschstämmige, die u. a. ab den 90-er Jahren aus Gebieten der ehemaligen Sowjetunion emigrierten (und als Bibliothekar(inn)e(n) oftmals nicht die volle Anerkennung ihres Studienabschlusses erhielten, das aber nur mal so nebenbei). In meiner Erinnerung waren sie allesamt ruhige, verlässliche, hochkonzentrierte und penible Mitarbeiter/innen, die fast ausnahmslos über eine mich faszinierende wunderschöne Handschrift verfügten.

In Vorwegnahme des Internationalen Tag des Kugelschreibers (in den USA am 10.06.) und in jetziger Coronazeit frage ich mich, ob die gute, alte Disziplin nicht doch ein wenig dabei helfen, gegen allfällige Neuanfänge gewappnet zu sein und mit Bravour zu meistern. Natürlich gehört dazu auch ein steter Übungs- und Überlebenswille.

Nun, im Gegensatz zu erwähnten Kolleg(inn)en haben wir, die wir in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, es ja relativ einfach. Wir sind wir immer noch priviligiert in diesem unserem demokratisch regierten und behüteten Lande, und sofern es Bibliotheken, mithin ein Bollwerk gegen die Verbreitung von Newsfakes und Verschwörungstheorien, gibt, würde ich niemals aus Deutschland auswandern wollen. „Sonne satt“ haben wir ja mittlerweile auch. Und wenn ich es hin und wieder zwar satt habe, dass viel zu viele Egoismen gepflegt oder die Sauberkeit in den Städten nicht mehr das ist, worauf wir einmal stolz sein konnten, wir so einige Missstände zu bewältigen haben – ja, auch hier gibt’s Rassismus und eine braune Ur-Suppe – so stelle ich nach einem Vierteljahr der Pandemie beglückt fest, dass zumindest in meinem kleinen Umfeld das Einüben neuer Verhaltensmaßstäbe diszipliniert voran schreitet.

Was sich definitiv verbessert hat, ist die Annahme und Verwendung vielfältiger Kommunikationsweisen. Es wird wieder mehr zum Telefon gegriffen, Videokonferenzen endlich angenommen, es wird gezeichnet und es werden sogar wieder Briefe geschrieben (!), und auch die Geduld und Fehlertoleranz haben zugenommen.

Ich hoffe sehr, dass einiges davon bleiben und nicht vergessen wird. So, wie manche ihre alte Heimat nie vergessen werden, tauchen alte, verloren geglaubte Fähigkeiten immer wieder auch in uns auf und erinnern uns, dass wir die Summe all unserer Teile sind, dass wir viele innere Sprachen sprechen und unser füllhorngleiches Menschsein nicht unter einem Mund-Nasen-Schutz – oder gar unter einem Polizistenstiefel – ersticken muss.

Ja, wir sind priviligiert, vergesst das niemals und schaut darauf, dass es nicht nur uns selbst, sondern es auch euren Mitmenschen, respektive Kolleg(inn)en gut geht! Wie wäre es hin und wieder mit einer Notiz „Schön, dass du da bist!“? Mit Kugelschreiber, versteht sich. Und in welcher Sprache auch immer …

Notiz "Schön, dass du dabist!"

P. S. Lieber Jürgen, das Image ist an DEINE Adresse gerichtet! 🙂

Schlauberger, Angeber und Rätselknacker – testet euch!

7. Februar 2019 Kommentare deaktiviert für Schlauberger, Angeber und Rätselknacker – testet euch!

Begriffe, die für uns Bibliotheksmenschen täglich Brot sind, mögen für andere vertrackt sein – in Schreibweise und / oder Aussprache. Aber testet doch mal selbst:

  • Triologie – richtig oder falsch?
  • lizenzieren oder lizensieren – was ist richtig?
  • YouTube – Aussprache „Jutjub“ oder „Jutub“?
  • Excel – „Exl“ oder „Eksell“

Lösung dieser und weiterer 19 Wörter hier – aber Achtung: Ihr könntet ziemlich hungrig und durstig dabei werden! Zum Beispiel auf Brockoli (oder Brohkoli?) mit Gnocchi (oder Gnokki?) und auf Brusketta / Bruschetta mit einem Schluck Moee (oder Moätt?) … viel Spaß!

Literaturtipp: Wissenschaftliches Deutsch

13. Februar 2017 Kommentare deaktiviert für Literaturtipp: Wissenschaftliches Deutsch

Worauf kommt es an beim wissenschaftlichen Lesen, beim Verstehen von Vorlesungen und für das Abfassen wissenschaftlicher Arbeiten?

„Hier formulieren wir keine Regeln, sondern zeigen, warum bestimmte Formulierungen oder Formalia notwendig sind“, erläutert Moll. „Denn wir sind“, so ergänzt Thielmann, „davon überzeugt, dass es für verständliche Wissenschaftssprache nur ein Rezept gibt: Erstens: verstehen, wie Wissenschaft tickt und von daher verstehen, worauf es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ankommt, wenn sie sich schriftlich oder mündlich über ihre Gegenstände äußern; zweitens: sich genau aus diesem Verständnis heraus selbst wissenschaftlich zu artikulieren“.

Moll, Melanie/Thielmann, Winfried (2017) Wissenschaftliches Deutsch. Wie es geht und worauf es dabei ankommt. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft (= UTB-Band Nr. 4650) ISBN 978-3-8252-4650-1

Die Zeiten ändern sich? Was ändert sich?

27. August 2015 Kommentare deaktiviert für Die Zeiten ändern sich? Was ändert sich?

Sprache, Sprechen, Kulturtechniken wie das Zitieren und vieles andere – aufgezählt von Elke Lackner auf „Web 2.0 in der Lehre und im Unterricht“.

Tagungsthema: Entwicklung im Kindermedienbereich

22. Mai 2015 Kommentare deaktiviert für Tagungsthema: Entwicklung im Kindermedienbereich

„Transmedia Storytelling for Kids“ – im Nachbarland Österreich, genauer gesagt in St. Pölten, findet am 27.05. eine internationale Tagung  zu aktuellen Entwicklungen im Kindermedienbereich statt. Tagungssprache ist zum Teil Englisch. Die Pressemeldung serviert folgende Themenhäppchen:

Die Fachtagung ist eine Veranstaltung des Österreichischen Instituts für Medienwirtschaft der FH St. Pölten und Teil des dort angesiedelten Forschungsprojekts „TraeX: Transmedia Extensions“.

 

Ich sage „Hund“ …

22. September 2014 Kommentare deaktiviert für Ich sage „Hund“ …

… und du sagst … ? … NA? … ziemlich sicher Katz‘ – stimmt’s?!

Was hinter diesem Mechanismus unseres (Erwachsenen-)Gehirns eines mentalen „Durchschnitts-Lexikon“ steckt, erforschen derzeit Wissenschaftler mit Hilfe eines Assoziationsspieles als Teil des internationalen Projektes „Small World of Words“, welches von der Katholischen Universität Leuven geleitet wird. Gut, es geht ihnen in erster Linie um neuere Erkenntnisse für die Demenz-Forschung. Doch beim Pressetitel „Die Bibliothek in meinen Kopf …“, zumal gemeldet vom Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, konnte ich einfach nicht widerstehen … Übrigens werden wir dazu aufgerufen, das Projekt zu unterstützen, indem wir unsere eigenen Assoziationen verraten unter:

Verraten auch Sie Ihre Assoziationen und unterstützen Sie damit das Projekt „Small World of Words“ unter: www.smallworldofwords.com/de/

[via idw-online]

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