Geräusche als Erinnerungshilfe? Und ein Kloßrezept für eure Kochshow!

7. August 2019 Kommentare deaktiviert für Geräusche als Erinnerungshilfe? Und ein Kloßrezept für eure Kochshow!

VORSPANN

Im Haus meiner Großeltern gab es von der Küche zum Schlafzimmer eine Flügeltüre. Das Geräusch des Aufstoßens der beiden Türhälften hat sich tief in mein Gedächtnis eingegraben. Ebenso das Einschnappen der Käfigtüre unseres Goldhamsters bzw. später des Meerschweinchenkäfigs aus der Kinderzeit. Oder das Klappern der beiden Emailschüsseln beim Aufeinanderlegen, wenn es für den Sonntag Klöße geben sollte (und in Nürnberg gab und gibt es oft Klöße!).

Silvester BrombachseeFür die jüngere Generation: Zwischen den Schüsseln wurden die rohen Kartoffeln geschwefelt, um sie anschließend mit einer Krups-Küchenmaschine – dessen Geräusch ich jederzeit wiederholen kann, denn das gute alte Stück besitze ich noch – in zwei Aggregatzustände verwandelt: Brei und Flüssigkeit. Nach dem Ruhen der Flüssigkeit setzte sich die Kartoffelstärke ab, die dann dem Brei zugefügt wurde (– das Wasser wurde weggekippt –), noch 1 Ei dazu, etwas Salz und Muskat, und fertig war der Kloßteig und der Sonntag gerettet!


HAUPTAUSSAGE

Dass ich das Vorgehen heute noch nach … sagen wir 40/50 Jahren – so genau nachvollziehen kann, könnte mit einer Gedächtnisleistung zusammenhängen, nämlich die der unbewussten, jedoch erinnerlichen Aufnahme von Geräuschen.

Eine Studie hat herausgefunden, dass wir uns sehr gut an Geräusche in all ihren kleinsten Nuancen (!) erinnern können, und das eben auch, wenn diese beiläufig, nicht wichtig oder irrelevant waren.

(Wer jetzt dringend abkürzen will … nach unten zum Fazit scrollen!)


WEITERFÜHRUNG 1 / ANWENDUNGSBEISPIELE

Mir fällt dabei ein, dass wir dies doch sehr gut zum bewussten Lernen verwenden könnten. So könnten Studierende sich beispielsweise neben den (pressemeldungstitelgebenden) brummenden Kühlschrank setzen – aller Hightec zum Trotz brummen die Dinger auch heute noch! –, um dann am Tag X, wenn das Wissen abgefragt wird, sich einfach an das Brummen zu erinnern, das sie im Hintergrund beim Lernen begleitet hat. SCHWUPPS! Schon müsste auch der damit verbundene Lerninhalt vor ihrem inneren Auge (bzw. wohl eher Ohr) auferstehen!

Um wie viel stärker müsste die Gedächtnisleistung doch funktionieren, wenn wir das Geräusch oder die Geräusche ganz bewusst einsetzen!

Mit einem Gong die Lernsesson ein- und ausleiten. Den Lerninhalt mit einem bestimmten, in Dauerschleife angehörten Song verbinden. Das bewusst wahrgenommene Geräusch beim Blättern im Fachbuch (Ja, Buch soll’s noch geben; und, Nein, jedes Buch klingt anders, und wie oben bereits geschrieben: Wir hören der Studie zufolge sehr nuanciert!)

Probiert’s mal aus!


PE-ESSE / WEITERFÜHRUNG 2

P. S. intern: DANKE, lieber Jürgen, fürs Imkerferienmachendürfen! Belohnung folgt in Kürze! 🙂

P. P. S.: Apropos Imkern und Schwefeln. Als Reinhold kürzlich erstmalig und sehr bedauerlicherweise in Ausübung seiner ehrenamtlichen Verpflichtung als Bienensachverständiger ein Volk abschwefeln musste, welches an Amerikanischer Faulbrut, eine höchst ansteckende Seuche, erkrankte, kamen besagte Schwefelblättchen zum Einsatz.

Urplötzlich war mein Kloßwissen gefragt, denn so konnte ich ihm prompt sagen, dass er diese Schwefelplättchen in der Apotheke bekommen würde. Noch in den 80ern führte JEDE Nürnberger Apotheke dieses in ganz Franken unentbehrliche Hilfsmittel. Doch heute in Zeiten der Fertigkloßteige – (eine riesen Erleichterung! Nicht alles war früher zwangsläufig besser!) – musste unsere Bamberger Apotheke die Streifen tatsächlich erst bestellen. Doch das nur am Rande … jedenfalls roch es am Unglücksstandort nach eben jenem Schwefel aus meiner Kindheit, und ich bekam sofort schrecklich Hunger auf Klöße! Das führt mich zur Fortsetzung obiger Ausführungen, denn nun kommt neben dem Hören auch noch der GERUCHSSINN ins Spiel …

Also, folgender Vorschlag: Beim Lernen etwas abschwefeln. Und dann die Klöße essen. Vielleicht hilft dem Gedächtnis ja auch noch der GESCHMACKSSINN auf die Sprünge? Müssen ja nicht jeden Tag Klöße sein, Gummibären tun’s sicher auch. Dabei fällt mir ein … für jede Lerneinheit eine andere FARBE essen. Heißt: Am Tag X folgendes abrufen: Geräusch, Geruch, Geschmack, Aussehen … AH, jetzt ist der Lernstoff garantiert zum GREIFEN nahe! (Hab ich schon über den TASTSINN geschrieben? Nicht?! Na dann … ihr wisst ja jetzt, worauf ich hinaus will …)


FAZIT

Am besten lernen wir mit ALLEN SINNEN!

Heißt in der Praxis: Macht ’ne Kochshow aus eurem Studium, dann sprudelt nicht nur der Kloßtopf, sondern auch euer Gedächtnis! 😉

Hören, um nicht zu vergessen, oder: Der Ton macht die Stadt

21. Oktober 2015 Kommentare deaktiviert für Hören, um nicht zu vergessen, oder: Der Ton macht die Stadt

Zukunftsstadt – StadtklangNicht nur Gerüche begleiten und leiten uns ein Leben lang, sondern auch Töne. Sie innerlich zu hören ist eine hochkomplexe Leistung, die uns angeboren ist. Fürs Lernen hilft es beispielsweise, spazieren zu gehen. Nicht nur die Bewegung an sich aktiviert die Gehirnleistung und somit das Erinnerungsvermögen, auch die uns begleitenden Geräusche tragen (unbewusst) dazu bei.

Doch manchmal vergessen wir Töne auch wieder. Wie gut, dass es die Aktion „Stadtklang 2015“ zum Wissenschaftsjahres 2015 – Zukunftsstadt gibt. Sie ist initiiert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Wissenschaft im Dialog (WiD). Ich habe mal spaßeshalber hineingehört, bevorzugt in Städte meiner Lebensstationen:

Bachplätschern in Nürnberg (in der Worzeldorfer Straße)

Fleißig im Büro in München

An der Donau in Ingolstadt

Zahnradbahn in Stuttgart

Sandkärwa Bamberg

 

Mit dem Rollkoffer auf dem Weg zum Flieger in Berlin

Trompeter spielt unter der Kennedybrücke, an der Oper Bonn, Ode an die Freude

Wo bin ich?

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