Bibliothekskalender wieder da! Blickwinkel Bibliothek 2023

27. September 2022 § Hinterlasse einen Kommentar

Nach einem Jahr Pause und der bangen Frage, ob der beliebte Bibliothekskalender eventuell völlig eingestellt wird, freue ich mich über die Zusendung des großformatigen „blickwinkel bibliothek 2023“ von BibSpider. Vier Fotomotive mit „akutem Zeitbezug“ möchte ich etwas näher für euch bewundern.

Hochmodern

Bereits das Deckblatt, die National Library in Qatar des Fotografen Iain Masterton, greift die derzeitigen globalen Themen auf. Zu sehen eine futuristische, langgestreckte und an ein Raumschiff erinnernde Gebäudekonstruktion, die in blendender Helle eingebettet ist. Eine karge, gleichwohl gepflegte Steinwüste, die Strenge aufgelockert durch ein paar (ich vermute) landestypische, abgezirkelt gesetzte Wüstenpflanzen und -bäume unter hellblauem, stratocummulusverschleiertem Himmel. Ich bekomme jedenfalls sofort Durst. Nach Wasser und Wissen.

Kalenderblatt Oktober Blickwinkel Bibliothek 2023Ins selbe futuristische Horn neuzeitlicher Architektur stößt der Oktober. Wenngleich die verschattete Mohammed Bin Rashid-Library in Dubai vor einem sanften Abendrot und hinter einem Wasserspiegel eher wie der Landeplatz für oben genanntes Raumschiff daher kommt. Ein offenes Buch ist unschwer erkennbar, das monumental vor hoch aufragenden Gebäuden der Stadtsilhouette nach Nutzern schreit bis in alle Ewigkeit. Dieses unverwüstlich erscheinende, 1 Million quadratmetergroße Bibliotheksgebäude soll das größte Kulturzentrum des Nahen Ostens und Nord-Afrikas sein.

Altehrwürdig

Kalenderblatt Februar Blickwinkel Bibliothek 2023Doch auch auf „altehrwürdige prächtige Gestaltung“ trifft das geneigte Auge. Der Februar darf sein Scherflein zur Weltenlage beitragen, nämlich mit der Zumutung (?) in Form der Bibliothek von Zar Nikolaus II in Petersburg, im Winterpalais der Eremitage. Doch als Unesco-Weltkulturerbe mit umfangreichen Sammlungen und Kunstschätzen ist sie über jede politische Lage erhaben. Und so sollen das Gedächtnisinstitutionen schließlich auch sein. Es kommen wieder andere Zeiten … und diese Einrichtungen mögen sie immer und immer überleben.

Kalenderblatt September Blickwinkel Bibliothek 2023

Ebenfalls in einem Palast ist La Biblioteca Palatina in Caserta anzutreffen. Nahe Neapel gelegen beherbergt er „kostbare Fresken und [ist] mit feinstem Mobiliar ausgestattet […] wie auch zeitgenössische Globen und Barometer.“ Das in Braun und Goldtönen gehaltene Kalenderblatt des Monats September stimmt auf gemütliche Abende ein. Man ist versucht, sein eigenes zurückhaltendes Wohnzimmerambiente um ein paar barocke Elemente zu bereichern. Denn trotz der bombastischen Pracht des Kronleuchters, der Bildmotive, der reich verzierten Decke und dekorativer Bücherschränke ist der Raum erstaunlicherweise nicht allzu üppig mit Mobilar ausgestattet. Gediegene europäische Eleganz, wie sie auch im Juni-Blatt zu sehen ist. Doch zurückhaltender als dort in der schottischen Bibliothek Dunrobin Castle in Invergordon.

Aber halt, ich wollte doch nur vier von 13 Kalenderblättern von Bibliotheksbauten aus Amerika, Asien, dem Vorderen Orient und Europa beschreiben. Den Rest dürft ihr selber bestaunen. Bestellungen nimmt BibSpider gerne entgegen. Und nein, ich werde für diese Rezension nicht bezahlt. Da die meisten früheren Kalender bereits vergriffen sind, hat der Verlag Werbung wohl eher nicht nötig. Trotzdem … ich tue es sehr gerne, denn der aus einem früheren studentischen Projekt hervorgegangene Bibliothekskalenders verdient breite Beachtung. Etwas Nabelschau unserer weltweiten Arbeitsstätten muss einfach sein!

Bildungsbericht 2022

20. Juli 2022 Kommentare deaktiviert für Bildungsbericht 2022

Trends und Perspektiven der Weiterbildung (Erwachsenenbildung) im nationalen Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2022“. Schwerpunktthema ist das Bildungspersonal.
Festgestellt wurde, dass das Weiterbildungsangebot digitaler wird – was keine Überraschung sein sollte. Aber auch, dass ein gestiegenes bildungspolitisches Interesse an der beruflichen Weiterbildung besteht. Außerdem sei die Beteiligung an Weiterbildung hoch trotz Einbrüche während der Corona-Pandemie. Bitter: Die Teilnahmechancen sind für Erwachsene weiterhin ungleich verteilt.
Und einige Erkenntnisse mehr …

Wer bietet 2022 (k)einen Bibliothekskongress?

31. Januar 2022 Kommentare deaktiviert für Wer bietet 2022 (k)einen Bibliothekskongress?

Der 1. Österreichische Bibliothekskongress wird erneut verschoben, und zwar auf den 2.-5. Mai 2023. Präsenzen scheinen im Nachbarland eine sehr hohe Priorität zu genießen. Oder vielleicht ist ja die technische Infrastruktur ist noch schlechter als bei uns in Deutschland, so dass man von Online-Formaten absieht?! Sie wären damit nicht alleine, auch der Schweizer Bibliothekskongress wird erst wieder vom 01.-03.11.2023 in Zürich stattfinden.

Kommt doch einfach alle zu uns nach Deutschland, virtuell wie persönlich, wir freuen uns! Vom 31.05.-02.06.2022 veranstaltet Bibliothek & Information Deutschland (BID) im Congress Center Leipzig den 8. Bibliothekskongress, der zugleich der 110. Deutsche Bibliothekartag ist. Unter dem Motto #FreiräumeSchaffen lädt der Kongress zur Auseinandersetzung mit aktu­ellen Herausforderungen und wichtigen Zukunftsfragen des Bibliotheks- und Informa­tionssek­tors ein.

Weltstudententag am 17.11. und aktuelle Forderungen

17. November 2021 Kommentare deaktiviert für Weltstudententag am 17.11. und aktuelle Forderungen

Heuer in Deutschland* zusammenfallend mit dem Buß- und Bettag, der ja in vielen Bundesländern leider kein Feiertag mehr ist. Aber wie sieht es mit dem Studententag aus? Wer feiert diesen? (Vermutlich nur die männlichen Studierenden, weil da fehlt ja das -innen. 😉 Späßle g’macht.)
UNICUM rief ihn jedenfalls 2018 aus und schrieb dazu, was sicher auch aktuell noch gilt:

Heute ist immer noch Ziel, an dieses Ereignis zu erinnern – zusätzlich geht es aber auch darum, einen Blick darauf zu werfen, womit Studierende aktuell konfrontiert sind.

Und was wäre das genau?! Bzw., wie sind die Antworten auf die Konfrontationen?

 Florian Zandt von Statista schrieb gestern am 16.11.2021 dazu:

Ca. 50% [von rund 2.000 Befragten über 18 J.] sehen Nachholfbedarf bei Lehre & Digitalisierung

… allem voran (54%) werden „mehr Lehrkräfte und ein größeres Lehrangebot“ gefordert sowie eine (bessere) „Digitalisierung“ (50%). Es folgt der angemeldete Bedarf beim „Ausbau der Forschung“ (35%) und die „Sanierung/Gebäudepflege“ (30%).

Dass die „Stärkung des internationalen Austausches“ derzeit nur mit 10% angegeben ist, nimmt einen vor dem Hintergrund von Corona nicht wunder. Auch „Freizeitangebote für Studierende“ liegen derzeit bei nur 8%. Das „gastronomische Angebot“ zu verbessern wünschten sich 11%. Dies geht aus einer gemeinsamen Umfrage von Statista und YouGov anlässlich des Weltstudententags 2021 hervor.

Ausgangspunkt war die Frage, wenn in Deutschland wieder Studiengebühren erhoben werden sollten, wofür diese einzusetzen wären.

Natürlich muss man die Zahlen noch interpretieren. Dass nur 11% besseres Essen möchten, kann bedeuten, dass sie jetzt mehr daheim verpflegt werden und es ihnen egal ist, was die Mensaküche so her gibt. Gegen Muttern stinken die ohnehin nicht an. Aber vielleicht hat sich ja in all den Jahren die Gastro tatsächlich stark schon gemacht, so mit vegan, glutenfrei, regional etc. Da muss womöglich nicht mehr groß nachgebessert werden?! Nun, das lässt sich beispielsweise in der Mensa-Umfrage 2019 nachlesen – und ich muss jetzt nicht darauf hinweisen, warum wir keine neuere Statistik zitieren können.


*In Tschechien feiert man ihn bereits am 15.11.

Gedanken zum Internationalen Tag der russischen Sprache und des Kugelschreibers

6. Juni 2020 § 3 Kommentare

Der internationale Tag der russischen Sprache (russ. День русского языка / UN Russian Language Day) am 6.6. erinnert mich daran, dass ich im Laufe meines Arbeitslebens viele sogenannte (Spät-)Aussiedler/innen, also Deutschstämmige, die u. a. ab den 90-er Jahren aus Gebieten der ehemaligen Sowjetunion emigrierten (und als Bibliothekar(inn)e(n) oftmals nicht die volle Anerkennung ihres Studienabschlusses erhielten, das aber nur mal so nebenbei). In meiner Erinnerung waren sie allesamt ruhige, verlässliche, hochkonzentrierte und penible Mitarbeiter/innen, die fast ausnahmslos über eine mich faszinierende wunderschöne Handschrift verfügten.

In Vorwegnahme des Internationalen Tag des Kugelschreibers (in den USA am 10.06.) und in jetziger Coronazeit frage ich mich, ob die gute, alte Disziplin nicht doch ein wenig dabei helfen, gegen allfällige Neuanfänge gewappnet zu sein und mit Bravour zu meistern. Natürlich gehört dazu auch ein steter Übungs- und Überlebenswille.

Nun, im Gegensatz zu erwähnten Kolleg(inn)en haben wir, die wir in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, es ja relativ einfach. Wir sind wir immer noch priviligiert in diesem unserem demokratisch regierten und behüteten Lande, und sofern es Bibliotheken, mithin ein Bollwerk gegen die Verbreitung von Newsfakes und Verschwörungstheorien, gibt, würde ich niemals aus Deutschland auswandern wollen. „Sonne satt“ haben wir ja mittlerweile auch. Und wenn ich es hin und wieder zwar satt habe, dass viel zu viele Egoismen gepflegt oder die Sauberkeit in den Städten nicht mehr das ist, worauf wir einmal stolz sein konnten, wir so einige Missstände zu bewältigen haben – ja, auch hier gibt’s Rassismus und eine braune Ur-Suppe – so stelle ich nach einem Vierteljahr der Pandemie beglückt fest, dass zumindest in meinem kleinen Umfeld das Einüben neuer Verhaltensmaßstäbe diszipliniert voran schreitet.

Was sich definitiv verbessert hat, ist die Annahme und Verwendung vielfältiger Kommunikationsweisen. Es wird wieder mehr zum Telefon gegriffen, Videokonferenzen endlich angenommen, es wird gezeichnet und es werden sogar wieder Briefe geschrieben (!), und auch die Geduld und Fehlertoleranz haben zugenommen.

Ich hoffe sehr, dass einiges davon bleiben und nicht vergessen wird. So, wie manche ihre alte Heimat nie vergessen werden, tauchen alte, verloren geglaubte Fähigkeiten immer wieder auch in uns auf und erinnern uns, dass wir die Summe all unserer Teile sind, dass wir viele innere Sprachen sprechen und unser füllhorngleiches Menschsein nicht unter einem Mund-Nasen-Schutz – oder gar unter einem Polizistenstiefel – ersticken muss.

Ja, wir sind priviligiert, vergesst das niemals und schaut darauf, dass es nicht nur uns selbst, sondern es auch euren Mitmenschen, respektive Kolleg(inn)en gut geht! Wie wäre es hin und wieder mit einer Notiz „Schön, dass du da bist!“? Mit Kugelschreiber, versteht sich. Und in welcher Sprache auch immer …

Notiz "Schön, dass du dabist!"

P. S. Lieber Jürgen, das Image ist an DEINE Adresse gerichtet! 🙂

Nationale Weiterbildungsstrategie

14. Juni 2019 Kommentare deaktiviert für Nationale Weiterbildungsstrategie

Weiterbildung soll einfacher werden. Ob Ausbildung nachholen, geförderte Qualifizierungsprogramme und Aufstiegs-BAföG – die Bundesregierung hat sich etwas einfallen lassen und stellt in dieser Legislativperiode 350 Mio. Euro zur Verfügung. Bund, Länder, Vertreter der Wirtschaft, Gewerkschaften und die Bundesagentur scheinen sich einig geworden zu sein, so zu lesen in der ZEIT.

„Die Nationale Weiterbildungsstrategie ist nach Angaben der Minister die erste in der Geschichte der Bundesrepublik. 2021 soll ein erstes Fazit gezogen werden, um die Ziele zu überprüfen.“ Auf dieses bin ich sehr gespannt, denn oftmals erleben wir es ja, das Geld in irgendwelchen Aktionismen versickern. Aber vielleicht ist das nur subjektiv empfunden, denn in meiner eigenen Biografie trat immer ein kleiner Umstand auf, warum ICH nichts von so mancher Maßnahme mitnehmen konnte. Na ja, aus mir ist trotzdem was geworden 😉

Umfrage zum Stellenwert von öffentlichen Bibliotheken in der demokratischen Gesellschaft

9. Mai 2018 Kommentare deaktiviert für Umfrage zum Stellenwert von öffentlichen Bibliotheken in der demokratischen Gesellschaft

Ein Aufruf, den wir gerne weitergeben: „herzlichen Dank an die Vielen, die bereits an der Umfrage teilgenommen haben. Es freut uns zu sehen, wie groß das Interesse ist! Ich hoffe, die Umfrage hat Spaß gemacht und gezeigt, mit welchen Fragestellungen andere Kulturen auf unsere Institution schauen. Die ersten Ergebnisse sehen vielversprechend aus!
Da es sich um eine internationale, vergleichende Studie handelt, hätte ich den Ehrgeiz, dass wir aus Deutschland den Rücklauf proportional gesehen im Vergleich zu den kleinen Ländern wie Dänemark, Schweden, Norwegen überbieten. …

Deshalb wäre ich immer noch dankbar für weitere Umfragebeteiligungen. Die Umfragetool ist noch bis Ende dieser Woche geöffnet (Sa., 0 Uhr). Vielleicht haben Sie ja in dieser schönen Feiertagswoche noch 10 Minuten übrig? —> http://fh-potsdam.limequery.org/564135?lang=de

Freundliche Grüße von
Prof. Dr. Ragnar Audunson (Projektleiter, Oslo) und Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm (Projektpartner, Potsdam)

Deutscher Weiterbildungstag 2018 – Weiter bilden, Gesellschaft stärken!

27. April 2018 Kommentare deaktiviert für Deutscher Weiterbildungstag 2018 – Weiter bilden, Gesellschaft stärken!

Am 26. September startet unter dem im Titel genannten Motto heuer wieder der Deutsche Weiterbildungstag. Im Zweijahrestakt sollen bundesweite Aktionen dazu beitragen, den Fokus auf die Weiterbildung zu richten. Auch Bibliotheken können natürlich daran teilnehmen, sei es mit einer eigenen oder einer regionalen Veranstaltung. Möglichkeiten des Mitmachens sind neben weiteren Tipps und Anregungen beispielhaft aufgeführt:

  • Klassiker wie Tage der offenen Tür, Pressekonferenzen, Infostände, Schnupperkurse, Expertengespräche …
  • Weiterbildungsfrühstücke
  • Luftballon-Aktionen
  • Trommeln in der Fußgängerzone
  • Bildungsbausteine am Brandenburger Tor

Werbematerial zum Download erleichtern die Ausschreibungen.

German OER Practices and Policy

18. Oktober 2017 Kommentare deaktiviert für German OER Practices and Policy

Ein Überblick zu Open Educational Resources (OER) in Deutschland, hier zum freien Download:
German OER Practices and Policy – from Bottom-up to Top-down Initiatives von Dominic Orr, Jan Neumann, Jöran Muuß-Merholz (2017)
DOWNLOAD PDF

Auftraggeber der Studie waren die UNESCO und das UNESCO Institute for Information Technologies in Education (IITE). Die Publikation ist in englischer Sprache erschienen und hat eine Zusammenfassung zusätzlich auf Deutsch und Französisch.
vgl. Eintrag auf joeran.de

GRETA in den Startlöchern

22. September 2017 Kommentare deaktiviert für GRETA in den Startlöchern

Das, was Österreich bereits seit 2007 praktiziert, ist nun endlich auch in Deutschland bald möglich. Ein Kompetenzanerkennungsverfahren für die Erwachsenenbildung. Protagonist(inn)en aus der Weiterbildungsbranche sollen mit GRETA ihre Kompetenzen bilanzieren lassen und / oder sie weiterentwickeln können. Um das Projekt zu diskutieren, werden die Ergebnisse auf einer Fachkonferenz in Bonn am 06.10.2017 vorgestellt. [via DIE-Meldung]

[S. a. Beitrag vom 05.12.2014]

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