Zukunft sichern in Hamburg

19. Dezember 2019 Kommentare deaktiviert für Zukunft sichern in Hamburg

Die Bibliothekskonferenz „Chancen 2020“ lädt rund um das Thema „Zukunft sichern“ am 12.-13.02.2020 nach Hamburg ein. Ich werde dann darüber berichten.

Fachtagung „Zukunft wissenschaftlicher Bibliotheken?!“ in Köln

11. Dezember 2019 Kommentare deaktiviert für Fachtagung „Zukunft wissenschaftlicher Bibliotheken?!“ in Köln

Die Fachtagung „Zukunft wissenschaftlicher Bibliotheken?!“Programm (PDF)Zur Anmeldung wird ausgerichtet vom ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften und dem Fachmagazin Open Password am 23.01.2020 am Kölner Standort von ZB MED.

Die Veranstaltung geht der Frage nach, ob wissenschaftliche Bibliotheken eine Zukunft haben und gibt direkt die Antwort: …

Cool! 😉

Scherz beiseite, nein, es klingt wirklich nach Antworten, denn es geht um …

  • Strategien für digitale Dienste (Anne Christensen, Leuphana-Univ.)
  • Forschung und Bibliothek, die sich innerhalb einer Einrichtung gegenseitig ergänzen und auf Augenhöhe zusammenarbeiten sollten (Prof. Dr. Dietrich Rebholz-Schuhmann, ZB Med)
  • Transformationsprozess wissenschaftlicher Bibliotheken von dokumentenbasiert zu wissensbasiert (Prof. Dr. Sören Auer, TIB)
  • Qualifizierungen für zukünftige Anforderungen in Bibliotheken, hier: Zertifikatskurs „Data Librarian“ (Prof. Dr. Konrad Förstner, ZB MED)
  • Rolle der wissenschaftlichen Bibliotheken als unverzichtbarer Kooperationspartner der Wissenschaft

Die Fachtagung schließt an das 2019 erschienene Buch „Zukunft der Informationswissenschaft – Hat die Informationswissenschaft eine Zukunft?“

Zusammenfassung des #BIBchatDE mit dem #uklibchat

9. Dezember 2019 Kommentare deaktiviert für Zusammenfassung des #BIBchatDE mit dem #uklibchat

Plätze frei im Kölner Masterstudiengang „Bibliotheks- und Informationswissenschaft“ Köln

14. November 2019 Kommentare deaktiviert für Plätze frei im Kölner Masterstudiengang „Bibliotheks- und Informationswissenschaft“ Köln

Im berufsbegleitenden Masterstudiengang „Bibliotheks- und Informationswissenschaft“ (MALIS) der TH Köln können für die im Sommersemester 2020 beginnende Jahrgangsgruppe MALIS 2020-2022 noch Plätze vergeben werden. Hierfür findet ein ergänzend angebotenes Bewerbungs- und Zulassungsverfahren (Nachrückverfahren) statt.

Für Bewerber*innen, die die formalen Zulassungsvoraussetzungen zum Studiengang „Bibliotheks- und Informationswissenschaft“ erfüllen, besteht die Möglichkeit, sich bis Samstag, 30.11.2019 für einen der verbliebenen Plätze zu bewerben. Das Assessment-Verfahren findet im Januar 2020 statt.

Podiumsdiskussion zu Bibliotheken 2050 als Podcast – ein Auszug

7. November 2019 Kommentare deaktiviert für Podiumsdiskussion zu Bibliotheken 2050 als Podcast – ein Auszug

Podiumsdiskussion anlässlich des 100. Geburtstags von ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft am 21.10.2019, festgehalten in einem (über einstündigen) Podcast.

„Bibliotheken 2050“ – welche Aufgaben, Bedeutung, Zielgruppen und digitale Strategie werden sie haben?

Diskutanten unter der Moderation von Nicole Clasen waren:

  • Barbara Lison, Bibliotheksdirektorin der Stadtbibliothek Bremen und designierte Präsidentin der IFLA
  • Prof. Dr. Ute Krauß-Leichert, HAW Hamburg
  • Volker Heller, Vorstand und Managementdirektor der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin
  • Thorsten Meyer

Über die ersten zehn Minuten gebe ich Ihnen gerne einen kurzen Ein-Horch, den Rest vielleicht einmal selbst, z. B. während des Bügelns oder Reisens?

Frau Lison sieht die Zukunft der Bibliotheken beileibe nicht nur im Hinblick auf den technischen Fortschritt, sondern fordert, Bibliotheken müssen mit Menschen gefüllt sein. Sie erwähnt unter anderem die Helsinki Central Library „Oodi“, die beispielsweise jedermann Räume zur Verfügung stellt für was auch immer, ähnlich also die Funktion wie ein Bürgerhaus, die Integration der Massen in die Bibliotheken hinein. Und das funktioniere nur, wenn diese Bibliotheken zugänglich sind, eben auch an Sonntagen.

Sie antwortet außerdem auf die Frage: Welches Personal soll 2050 in den Bibliotheken sein? Sie erwarte von den Ausbildungsstätten weniger fachspezifisches Wissen, sondern Methoden und Managementverhalten zu lernen, das es ermöglicht, entsprechend der notwendigen Enwicklungen, die sich auf die Bibliothek niederschlagen werden. Außerdem einen größeren Zusammenhalt zwischen Ausbildungsstätten und der Praxis. Bis 2050 werde es außerdem eine intensiviere Mixtur der Berufe in den Bibliotheken geben.

Herr Heller kommt auf die wissenschaftlichen Bibliotheken mit ihren überregionalen Aufträgen zu sprechen, deren Zielgruppen Forschende, Studierende, Lehrende, die Gesellschaft, aber  auch die Politik möchte beraten werden. Er möchte im wissenschaftlichen Bereich nicht von einer Bibliothek 2050 sprechen, sondern vielmehr von einer „Informationsinfrastruktur 2050“, auch, wenn es ein sperriges Wort sei.

Es sei das, was Bibliothekar(inn)en immer mehr tun: Informationsaufbereitung, die man vor Ort, an einem Ort wie die Bibliothek nutzen kann. Das Wissen sich anzureichern, zu ergänzen, sich zu vernetzen, und dazu die Infrastruktur anbieten, in Form auch von Forschungsdaten, Repositorien, Open Access Transformation … es gäbe viele neue Aufgaben, für die das Knowhow supergut eingebracht werden können, nur, man sähe das noch nicht immer so.

Die Bedürfnisse der Gesellschaft sollte bedient werden. Und dies wären immer noch menschliche Bedürfnisse, also der Wunsch nach analogen Räumen, wo man sich sicher und wohl fühlt. Begegnungen, die zivilisiert erfolgen. Erweiterung des eigenen Geistes, des Wissens und der Fähigkeiten. Weiters führt Heller einige Markenkerne von Bibliotheken auf, darunter eine, die (mir und sicher auch anderen!) sehr wichtig sind: In Bibliotheken hat man Vertrauen, da stünden sie ganz oben bei den Menschen.

An Frau Krauss-Leichert wurde die Frage nach den unterschiedlichen Zielgruppen von WB und ÖB gestellt. ÖB versorgt und macht Angebote für das ganze Lebensalter, vom Säugling bis zu den Senioren. In WB sei das viel spezifischer: Studierende, Wissenschaftler/innen, Forscher/innen, … wobei es Überschneidungen im Bereich der Sekundarstufen, der Gymnasien gäbe.

Ausbildungseinrichtung stellten sich die Frage: Für wen sollen welche Studiengänge angeboen werden? Spezifisch auf eine Institution hin ausgerichtet, so, wie früher einmal? Oder kompetenzorientiert wie in den letzten Jahren? Im Laufe ihres Studiums können sich die Studierenden ihre Schwerpunkte nach Zielgruppen oder Inhalte auswählen. Auch in Zukunft wären unterschiedliche Schwerpunkt anzubieten, da man nicht wissen kann, wie der Arbeitsmarkt aussehen würde. Derzeit kann man sich die Jobs noch aussuchen. Doch man weiß nicht, wie die Wellenbewegung verlaufen wird.

Sie empfiehlt später außerdem ein Papier, unlängst vom Rat für Informationsinfrastrukturen erstellt, und zwar zur Ausbildung speziell für den Wissenschaftsbereich. Es ginge um Ausbildung im Zeitalter der Digitalität. An den dort aufgelisten Empfehlungen und Forderungen könne und solle man sich orientieren. Jedoch auch in der Fort- und Weiterbildung müsse noch viel mehr gemacht werden. Große Bibliotheken hätten im Gegensatz zu kleineren ÖB wie Spezialbibliotheken hierfür die Finanzen. Doch Fortbildung sei essentiell für die Zukunft, bereits für jetzt, nicht nur erst in 2050.

Wissensspeicher: Bibliothek versus Internet

22. Oktober 2019 Kommentare deaktiviert für Wissensspeicher: Bibliothek versus Internet

Referent Michael Knoche„Die Idee der Bibliothek und ihre Zukunft“ lautete die Auftaktvorlesung von Referent Dr. Michael Knoche, Germanist, ehemaliger Bibliotheksdirektor der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.

Er hatte uns einiges dazu zu sagen anlässlich der Vortragsreihe¹ „Buchkultur im digitalen Zeitalter“. Was genau, darauf verweise ich ausnahmsweise auf den heutigen und weiteren Beiträgen in meinem Heimatblog. Beispielsweise, …

… dass die Internetinhalte nicht „aus der Steckdose kommt“ (oder so ähnlich),

… dass das Meiste an Literatur nicht im Internet abrufbar ist – (jedenfalls nicht, was die Kultur-, Geistes- und Sozialwissenschaften anbelangt) –,

… Bibliotheken das private Gut der Urheber in ein öffentliches Gut, dass allen zugänglich ist, verwandelt – (sofern sie es leisten können) –,

… und dass Bibliotheken neutral, verlässlich, kostenfrei, umfassend unterrichtend anhand sorgfältig ausgewählter Literatur sind – (allerdings leider nicht mehr ganz kostenlos).

¹ Die Vorlesungsreihe Buchkultur im digitalen Zeitalter“ findet in Kooperation von VHS, der Universitätsbibliothek und der Staatsbibliothek sowie der Stadtbücherei statt. Programm (PDF).

Kalender Blickwinkel Bibliothek 2020

14. Oktober 2019 Kommentare deaktiviert für Kalender Blickwinkel Bibliothek 2020

Bibliothekskalender 2020 bibspider[Anzeige] Der Zehnte fürs Zwanzigste Jahr des neuen Jahrtausends – wenn das nicht ein Grund zum Bestellen ist! Das studentische Projekt der HTWK Leipzig erschien wie immer im BibSpider-Verlag unter der Regie von Andrea Nikolaizig und Roland Scherzer-Heidenberger.

Wie gut der großformatige Kalender großartiger Bibliothekslandschaften ankommt, machte mir jüngst ein Besucher wieder klar. Der erste anerkannte Blick in die gute Stube wurde nicht auf die Kaffeetafel gerichtet, sondern mit anerkennenden Nicken auf den Kalender!

MUTEC und denkmal 2019 – Frühbucherrabatt für Fachmesse

17. September 2019 Kommentare deaktiviert für MUTEC und denkmal 2019 – Frühbucherrabatt für Fachmesse

Bis 31.03.2020 gibt’s den Frühbucherrabatt für die MUTEC, die Internationale Fachmesse für Museums- und Ausstellungstechnik vom 5.-7.11.2020 in Leipzig. Klingt nach „hab ich noch reichlich Zeit bis dahin“, aber wir wissen ja, die Zeit rast … und WIR sind nicht dran schuld, wenn ihr was übersehen habt, was Bibliotheken sehr gut brauchen können: Nämlich Impulse aus artverwandten Disziplinen. Dauert ohnehin immer etwas länger, Vorgesetzte davon überzeugen zu können, dass es mal was anderes als der Bibliothekartag oder das bibcamp sein darf … oder sagen wir mal besser, das es AUCH noch etwas WEITERES sein darf, nicht wahr?! Von wegen Weitblick und so.

Das Programm ist allerdings noch nicht online, doch mir liegt der neue Flyer vor. Und tatsächlich sind als weitere Zielgruppen sogar die Bibliotheken sowie Aus- und Weiterbildung aufgeführt. Das war nicht immer so. Also dann, seien Sie eine/r von über 14.000 Besucher/innen (2018), und nutzen Sie die Messe zur Inpiration und Information im Bezug auf „spannende Technologien, innovative Produkte und kreative Ideen rund m das Sammeln, Bewahren, Erforschen und Vermitteln von Kulturgut“, so die Veranstalter.

Short-Track-Studium für FaMIS in Stuttgart

9. Juli 2019 § 2 Kommentare

„Das Short-Track-Studium ist deutschlandweit das erste für FaMIs konzipierte Vollzeitstudium und richtet sich an leistungsstarke Studierende, die ihre beruflichen Perspektiven durch den Bachelor-Abschluss Informationswissenschaften deutlich verbessern wollen.

Studieneinsteiger/-innen, die ihre Ausbildung zur/m Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMI) in der Fachrichtung Bibliothek abgeschlossen haben und zudem eine (Fach-)Hochschulzugangsberechtigung besitzen, können im Bachelorstudiengang Informationswissenschaften an der HdM ihre erworbenen beruflichen Kompetenzen pauschal anrechnen lassen. Ihr Studium verkürzt sich damit von sieben auf fünf Semester.

Das Short-Track-Studium startet zum Wintersemester 2019/20. Der Bewerbungsschluss für den Studiengang Informationswissenschaften und damit auch die Möglichkeit, sich für das Short-Track-Studium im Wintersemester 2019/20 anzumelden, ist der 15.07.2019. Weitere Informationen: https://www.hdm-stuttgart.de/iw/short-track <https://www.hdm-stuttgart.de/iw/short-track>“

(Prof. Cornelia Vonhof, Studiengang Informationswissenschaften, Hochschule der Medien, Stuttgart)

Rezension Munique zu „Praxishandbuch Informationsmarketing“

2. Juli 2019 Kommentare deaktiviert für Rezension Munique zu „Praxishandbuch Informationsmarketing“

Sechs Jahre nach Erscheinen des ersten Praxishandbuches Bibliotheks- und Informationsmarketing1 ergänzt und erweitert ein zweiter Band2 das Themenfeld. Doch wo ist die Bibliothek geblieben?

Zielgruppen

Der neue verknappte Titel verrät nichts mehr über die Zielgruppe. Wen wundert’s, ist sie doch tatsächlich eine sehr umfängliche: Kommunalverantwortliche sowie Mitarbeiter/innen in der Öffentlichkeitsarbeit und im Marketing von Bibliotheken, weiteren Gedächtniseinrichtungen und Medienunternehmen sowie Marketingexpert(inn)en. Der Anspruch liegt ferner darin, sowohl Öffentliche wie Wissenschaftliche Bibliotheken zu erreichen, also auch in der Ansprache von Expert(inn)en wie Studierenden. Achtung, Spoiler! Anspruch erfüllt.

Letztere, also die Studierenden, werden dankbar das Vorwort aufgreifen bzw. in ihren Arbeiten zu zitieren wissen, denn es werden darin grundlegende Begriffe erläutert, beispielsweise Marketing, Service-Dominat Logic for Marketing (die Austauschbeziehungen vom Marktteilnehmenden betreffend), Information (vor allem in Richtung „Handlungsorientiert­heit“), des weiteren Informationsdienstleistungen, -ökonomie und –marketing.

Anspruch und Erfüllung

Schaffen es die Leser/innen, sich mit Hilfe dieses rund 600 Seiten starken Werkes bzw. einzelner Beiträge daraus, auf dem Informationsmarkt zu positionieren, dann sollten die Herausgeberinnen Prof. Frauke Schade (HAW Hamburg) und Prof. Dr. Ursula Georgy (TH Köln) das Ziel ihres Praxishandbuches erreicht haben. Zusammen mit diesen beiden Koryphäen ihres Faches bemühen sich 28 weitere Mit-Autor(inn)en sowie eine Korrektorin und natürlich der verdienstvolle Verlag DeGruyter Saur, um in 37 Beiträgen konvergente Strategien, Methoden und Konzepte (so der Untertitel) vorzustellen, aber auch Entwicklungen aufzuzeigen, in Themen ein- wie weiterzuführen und Impulse zu setzen. Sehr fein die den Beiträgen jeweils vorangestellten Abstracts und nachgestellte Literatur sowie – dankenswert, wenngleich obligatorisch – Abkürzungs- und Autor(inn)enverzeichnis und ein Register.

Inhalte

Es versteht sich, dass die Rezensentin nur bruchstückhaft auf einige Beiträge eingehen kann, angefangen mit den „üblichen Verdächtigen“ – und das ist nicht despektierlich gemeint! – wie beispielsweise (Georgy und/oder Schade): Marktanalyse, Trendbeobachtungen, Strategisches und operatives Marketing oder Crowdsourcing (in einem Atemzug mit Open Innovation). Okay, für manche mag Crowdsourcing noch immer Neuland sein, wurde jedoch bereits 2006 erstmalig als Begriff verwendet, wie wir von Georgy erfahren, und ward im Bibliotheksbereich spätestens seit BUB 2011, H. 03, aufgegriffen sowie nachgerade in der OPL-Checkliste im Jahr 2012 erstmalig praxisrelevant in punkto „Crowdfunding“ aufbereitet3.

Nicht zu vergessen: Change Management (Petra Düren), das ja bei allen Veränderungsprozessen – und das ist im Bereich Informationsmarketing zwangsläufig meist der Fall – eine tragende Rolle spielt.

Andere Beiträge erfordern sicherlich eine höhere Bereitschaft, sich auf die jeweilige Thematik einzulassen. Nach wie scheint dies der Fall zu sein bei OER, also Open Educational Ressources (Sabine Stummeyer) – und ganz allgemein dem Openess –, Design Thinking (Ivonne Preusser), Prozessexzellenz (Christina Kläre), Gaming und Gamification (Christoph Deeg), Sprachsteuerung und digitale Assistenten (Sebastian Sünkler und Friederike Hanisch), Corporate Storytelling (Deborah Kyburz) und Altmetrics (Dirk Tunger und Andreas Meier). Hier bestehen wechselweise sowohl in Öffentlichen wie Wissenschaftlichen Bibliotheken Ressentiments und Unsicherheiten. Man nickt zwar wissend mit dem Kopf, ist aber oftmals noch nicht bereit dafür. Für jene lohnt sich das Praxishandbuch ganz sicherlich.

Ebenso treffen wir auf alte Bekannte im neuen Gewand beziehungsweise Kontext. Beispielhaft seien genannt das EFQM-Modell, hier als Basis eines nachhaltigen Informationsmanagements (Franziska Klaff und Beate Guba), Usability und User Experience, hier von Informationsdienstleistungen (Ulrike Spree) und Lernort Bibliothek, hier seine Entwicklung zum Lernraum Hochschule (Christine Gläser).

Ein wenig überraschend, auf das Thema E-Mail-Marketing (Johannes Neuer) zu stoßen. Da beileibe nicht mehr alle potentiellen Kund(inn)en über eine E-Mail-Adresse verfügen bzw. das E-Mail-Konto aktiv nutzen, wird diese Form der Kommunikation gemeinhin als nicht mehr zeitgemäß eingestuft. Trotz der getroffenen Aussage des Verfassers, basierend auf die Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse 2017, „die Anzahl der weltweit versendeten E-Mail-Nachrichten wird weiter zunehmen“, bestehen verhaltene Zweifel bei der Rezensentin, ob dem Marketing mit E-Mails eine höhere Arbeitspriorität einzuräumen sei. Doch allein die Teilkapitel Rechtliche Grundlagen … und der Einblick in die Praktiken und Strategien der New York Publik Library (NYPL), beispielsweise in Sachen Welcome, Conversion und Renewal Journey lohnen einen zweiten Blick. Und wie Neuer treffend feststellt: „Bei der Evaluation werden weiterhin nicht Benchmarks anderer Unternehmen im Vordergrund stehen, sondern eigene Erfahrungswerte, die durch sorgfältiges Testen und Verändern die Erfolge steigern“.

Besonders ans Herz gelegt

Den Studierenden bzw. Kursteilnehmenden an der FH Potsdam zum Bibliotheksmanagement bzw. zur Bibliothekswissenschaft wird die Rezensentin jedenfalls den Beitrag Crossmediale Kampagnen ans Herz legen, alldieweil das Wahlmodul „Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising“ eben mit dem Thema Kampagnen startet. Sich einen Überblick zu den mannigfaltigen Aktivitäten auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene zu verschaffen, weitet den Ideenhorizont, gibt Impulse und hilft dabei, Zeit und Ressourcen zu sparen, um das Rad kein zweites Mal erfinden zu müssen. So treffen wir erneut auf Neuer und seine Inspirationsquelle NYPL, die mit einiger Berechtigung Preisträgerin des „IFLA BibLibre International Marketing Award 2018“ ist.

Doch auch Lokales Marketing (Georgy) wird den Weg in die Literaturliste zum vorig erwähnten Potsdamer Weiterbildungskurs finden, hier besonders des eigenen Aha-Erlebnisses folgend, bislang dem Geofencing (etwa: „Gefundenwerden“) kaum Beachtung geschenkt zu haben, da als Informationsquelle persönlich nicht genutzt. Wie gut, dass wir darüber geredet … äh, … gelesen haben. Und so ergeht es sicherlich auch der einen oder dem anderen beim Durchschmökern dieses Praxishandbuches zum Informationsmarketings.

Allen Zielgruppen – allen voran natürlich den Bibliotheken jeglicher Art! – ans Herz gelegt sei der Beitrag von Dirk Lewandowski zur Zugänglichkeit von Information Services und ihren Inhalten über Suchmaschinen, da traditionelle wie zukunftsorientierte Handlungsmaxime innerhalb des bibliothekarischen Leistungsspektrums.

Best Practice

Dass das vierte und letzte Gliederungskapitel Best Practice lediglich zwei Beiträge vereint, nimmt Wunder. Davon der erste, lediglich aus einer halben Seite bestehende Beitrag (Georgy und Schade), der sich zudem lediglich als Vorwort zum zweiten entpuppt, dem von Ivo Vogel: Services in Informationsstrukturen: Überregionale Literaturversorgung im Recht, einfach? Dessen Beitrag will als „integrativ“ zu den vorangegangenen drei Gliederungskapitel Marketinganalyse, Strategisches Marketing und Operatives Marketing verstanden werden, so die Herausgeberinnen.

Nun ja, Best Practice findet sich schließlich in allen einzelnen Beiträgen quer durchs Buch. Speziell herausgegriffen soll am Ende Richard Stang werden – und ÖB wie WB werden sich mit Begeisterung auf ihn stürzen. Stang, der zur Verortung von Bibliotheken humorige Aussagen trifft, kommt dabei gewohnt kurzweilig-informativ zur Sache.

Fazit

Vom „gewichtigen Werk“ nicht abschrecken lassen, sondern stöbern, sich inspirieren und – ja, … auch ein wenig belehren lassen.


1 Praxishandbuch Bibliotheks- und Informationsmarketing. Hrsg. von Ursula Georgy und Frauke Schade. Red.: Klaus Stelberg. Berlin [u. a.] : De Gruyter Saur. 2012.

2 Praxishandbuch Informationsmarketing. Konvergente Strategien, Methoden und Konzepte. Hrsg. von Ursula Georgy und Frauke Schade. Korrektorat: Ingrid Furchner. Berlin [u. a.] : De Gruyter Saur. 2019.

3 Crowdfunding für OPL-Projekte nutzen : Finanzierung, Marketing, Social Networking / Ilona Munique. Hrsg. Berufsverband Information Bibliothek / Kommission für One-Person Librarians. – 1. Aufl. – 2012. (Checklisten ; 36)
Link zur 2. Aufl. 2015: http://www.bib-info.de/komm/opl/pub/check36_2A.pdf

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