#bibtag18 – Vortrag „Info-Beisl der Büchereien Wien“

6. Juli 2018 § Ein Kommentar

Vortragende Magdalena M. M. Schneider, WienDas Luxusproblem der Weblogautorin ist, dass dem Abstract und den Vortragsfolien nicht mehr viel hinzugefügt werden muss, um zu verstehen, warum das Format der internen Fortbildungsreihe so erfolgreich ist.

Das „Info-Beisl“ funktioniert ähnlich wie Skype und hat informellen Charakter. Einzig die Vorstellung, dass der Austausch mitgeschnitten wird, könnte etwas hemmend auf die Teilnehmenden wirken. Doch dem bereitet das eher „bewusst unernste und improvisierte Format“ Abhilfe.

Alle zwei Wochen für 10 Minuten miteinander ins „Beisl“ gehen – und am besten eignen sich die Freitag Vormittage, da hier die wenigsten Führungen stattfinden – das ist für die weit verstreuten Wiener Büchereien wohl mittlerweile wie ein kleiner Stammtisch, allerdings mit Headset und (leider) ohne Brotzeit.

Wobei – ob hier nebenbei jemand seinen Kaffee trinkt und das Butterbrot verzehrt, ist nicht unbedingt erkennbar. Eine Pflicht, sich visuell zuzuschalten, besteht schließlich nicht. So fragen die meisten Teilnehmenden via Textchat nach, und nicht stimmlich übers Headset.


Aus dem Programm des Deutschen Bibliothekartags 2018:

14.06.2018: TK 1: mitarbeiten & führen / Interne Weiterbildung und Personalentwicklung

Auf ein Informationshäppchen ins Beisl

Magdalena Martha Maria Schneider,Karin Claudi, Büchereien Wien

„Beisl, das: (österr.) kleines Gasthaus“ – Schnitzel, Gulasch oder Sachertorte stehen im Infobeisl der Büchereien Wien zwar nicht auf der Speisekarte, man kann sich dort aber einmal in der Woche an Informationen laben.
Das Infobeisl ist niederschwellig. Es ist eine Form der internen Fortbildung für unsere MitarbeiterInnen, findet dezentral über ein Telefonkonferenzmodul statt, und ergänzt mit seinen leicht verdaulichen Informationshäppchen das Fort- und Weiterbildungsangebot der Büchereien Wien. Vorbild für das Infobeisl waren die Coffee Lectures: In 10 Minuten Vortrag werden die wichtigsten Informationen zu einem Thema vermittelt, anschließend haben die TeilnehmerInnen 10 Minuten Zeit um Fragen zu stellen. Themen und Vortragende variieren, für Abwechslung in der Menüfolge ist also gesorgt.
Das Infobeisl ist kostengünstig. Die Telefonkonferenzsoftware war bereits vorhanden, lediglich eine Ausstattung der Arbeitsplätze mit Headsets war nötig. Für die Büchereien Wien mit ihrem großen Zweigstellennetz ist es ein wesentlicher Vorteil, dass die MitarbeiterInnen direkt von ihrem Arbeitsplatz aus am Infobeisl teilnehmen können und keine Wegzeiten anfallen.
Das Infobeisl ist interaktiv. Alle KollegInnen haben die Möglichkeit, sich als Vortragende zu beteiligen oder Themen vorzuschlagen. Auf einer eigenen Infobeisl-Seite im Intranet kann man Themenvorschläge machen oder für bereits vorhandene Vorschläge voten. Dort findet sich neben dem aktuellen Programm auch das Archiv, aus dem vergangene Themen jederzeit abgespielt werden können.

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#bibtag18 – Vortrag zur Personalentwicklung einer UB

2. Juli 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

Vortragende Imma Hendrix„Kleinvieh macht auch Mist“. Doch so despektierlich wollte es die Vortragende, Imma Hendrix, nun auch wieder nicht bringen. In etwa ließe sich jedoch ihr Vortragstitel damit übersetzen. Allerdings – wenn der Mist als wertvoller Rohstoff in Form von Zugewinn und Erfolg gesehen werden kann, lässt sich an dem Vergleich wahrlich nichts aussetzen. Und ohne Kleinvieh lassen sich keine Eier legen, potenziell goldene noch dazu. Den Alltag von Mitarbeitenden mit Motivation und Fort- oder Weiterbildung zu vergolden, dass erreicht die Universitätsbibliothek (UB) der Humboldt-Universität (HU) zu Berlin mit vielerlei Maßnahmen.

Dazu gehört, dass sich die Verantwortlichen in der Personalentwicklung (PE) gehörig mit dem Ist-Stand und den Wandlungen in der Arbeitswelt, hier der wissenschaftsunterstützenden Bereichen an Hochschulen, auseinandersetzen. Im Rahmen zweier Umfragen, erstmalig 2011 unter 1.225 Befragten und dann wieder im Jahr 2017 mit 230 Befragten, erfasste man ein Meinungsbild, um darauf aufzubauen. Denn die Ausgangslage ist nicht sonderlich mit stabilisierenden oder entwicklungsfreudigen Komponenten gesegnet. Es fehlen für alle 10 Bibliotheksstandorte ein Personalentwicklungskonzept, Dienst- und Zielvereinbarungen und auch die Aufstiegsmöglichkeiten sind zum Teil sehr eingeschränkt. Demotivierend? Richtig erkannt.

So fühlen sich „60% der Mitarbeitenden mittleren Alters durch ihre Ausbildung nicht oder nur in geringem Maße auf ihren Berufsalltag vorbereitet.“

Das eine ist also die fehlende Motivation, die nicht schönzureden ist. Da allerdings für die PE keinerlei Budget zur Verfügung steht, sind die Ziele, die es unter diesen schwierigen Umständen zu erreichen gilt, genauer einzugrenzen.

Hendrix gibt sie mit „Identifikation erzeugen“ an. Damit dieses nicht zu einer reinen Worthülse verkommt, machen Unterziele klarer, in welche Richtung und wie das gehen soll:

  • Zufriedenheit/Individuelle Bedürfnisse fördern
  • Work-life-balance garantieren
  • Informationsbedarf decken, Transparenz herstellen

In den Vortragsfolien lassen sich die einzelnen Instrumente hierzu nachlesen. Das darin aufgeführte „On-boarding optimieren“ erläuterte Hendrix mit den Stichworten „Das Anfangen“, und zwar mit HIlfe eines Starterpakets mit Informationen, Links und Checklisten.

Das andere ist die „Fort- und Weiterbildung“. Auch hier ist ein Ziel benannt: „Qualifikation der MA erhalten und entwickeln“, dessen erste zwei Unterziele normal-üblich sein dürften: „Fachwissen aktuell halten“ und Schlüsselqualifikationen ausbauen“.

Die letzten zwei Unterziele hingegen verdienen es, ausdrücklich genannt zu werden. Denn „Offenheit für Veränderungen wecken“ stellt meines Erachtens auf Mitarbeiterseite einen echten Knackpunkt dar, während „Flexibilität unterstützen“ der Knackpunkt des Arbeitgebers sein dürfte.

Man durfte gespannt sein auf die Instrumente. Doch wer hier Wundermittel erwartete, hatte den Vortragstitel nicht mehr auf dem Schirm. Am ehesten ragte das „neue Schulungskonzept“ heraus, das mehr Selbstlernen und weniger Frontales versprach. Dazu benötigt ein Arbeitgeber Vertrauen, das ist nicht selbstverständlich.

Löblich natürlich die „Inhouse-Kurse/Coaching“, stellen diese seit Jahren ein immer probateres Mittel für eine individuell ausgerichtete und gezielt wirkende PE-Entwicklung dar. So zumindest der Eindruck der Blogautorin, der sich darauf begründet, dass sie über die letzten 5-8 Jahre als Trainerin ungleich häufiger hierfür angefordert wurde als zu öffentlich ausgeschriebenen Fortbildungen bspw. der Fachstellen oder Verbände mit inhomogenen Teilnehmenden aus vielen Bibliotheken.

Individuelles Coaching korreliert mit der anfänglichen Aussage zur „Veränderung der Arbeitswelt“, der eine „höhere individuellere Verantwortung“ einzelner bescheinigt wird. Individualität verträgt sich nicht mit Fortbildungen „von der Stange“ oder „für die Massen“. Was dem Sinn der Bibliothekartage entgegenzustehen scheint. Tut es aber nicht. Denn deren Ziel ist ein anderes, nämlich Impulse und Anstöße sowie das „State of the Art“ zu beschreiben.

Mit diesem Vortrag erreicht. Oder wie Hendrix meinte: „Lassen Sie’s krachen!“ Womit sie auch meint, dass PE und Fortbildung echte Kernaufaben sind und um die guten Rahmenbedingungen gekämpft werden muss, auch, wenn mit wenigen Bordmittel viel erreicht werden kann.


Aus dem Programm des Deutschen Bibliothekartags 2018:

14.06.2018: TK 1: mitarbeiten & führen / Interne Weiterbildung und Personalentwicklung

Many a mickle makes a muckle – Personalentwicklung an einer Universitätsbibliothek
Imma Hendrix, Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin
Eine Google-Recherche verdeutlicht eindringlich, dass über Personalentwicklung in Bibliotheken zwar einiges an Theorie verfasst wurde, aber offenbar nur wenige praktische Erfahrungen wert erscheinen, veröffentlicht zu werden. An der UB der HU Berlin existiert bis heute kein verschriftlichtes PE-Konzept im engeren Sinne, doch wurden Schritt für Schritt und vielfach mit „Bordmitteln“ zahlreiche Maßnahmen ergriffen, die die Beschäftigten bei der erfolgreichen Wahrnehmung ihrer Aufgaben unterstützen.
Der Vortrag verfolgt das Ziel, den Blick für Personalentwicklung zu öffnen, und erläutert die eingesetzten Instrumente mit ihren Möglichkeiten und Grenzen. Die Instrumente betreffen u.a. die Bereiche Unternehmenskommunikation, Fortbildung, Flexibilisierung der Arbeitszeit und betriebliche Gesundheitsförderung.
Der Vortrag zeigt darüber hinaus auf, wie die Aktivitäten der UB in das PE-Konzept der Universität, das aktuell in den Gremien diskutiert wird, eingebettet werden.

#bibtag18 – Vortrag „Interne Weiterbildung UB Bern“

27. Juni 2018 Kommentare deaktiviert für #bibtag18 – Vortrag „Interne Weiterbildung UB Bern“

Vortragende Gesche GerdesDas hört man doch gern: Mitarbeitende werden als „ganze Person“ ins Zentrum gestellt, mithin „ganzheitlich“ gesehen, so die Vortragende Gesche Gerdes. Für diese werden an der UB Bern Halbjahresprogramme mit ca. 2 Veranstaltungen pro Monat in der Dauer von 1 Stunde bis zu 1 Tag angeboten, und „natürlich“ innerhalb der Arbeitzeit. Pro Veranstaltung sind 3 Stunden der organisatorischen Vorbereitungszeit veranschlagt.

Für definierte Themenfelder darf an der internen Weiterbildung an der UB Bern unter Federführung einer Arbeitsgruppe mitbestimmt und mitgestaltet werden. Diese sind:

  • UB-Führungen
  • Verwandte Institutionen
  • IT & Datenmanagement
  • Kommunikation & Kundenkontakt
  • Organisation der UB
  • Gesundheit am Arbeitsplatz
  • Arbeitsalltag
  • Trends & Innovationen

Somit lässt sich von einem Bottom up-Prinzip sprechen, welches seine Vor- wie Nachteile hat, nachzulesen auf den Vortragsfolien.

Es kommt jedenfalls gut genug an, dass 50% der Belegschaft daran mitwirken bzw. an den Fortbildungsmaßnahmen teilnehmen. Die Gründe derer, die dies nicht tun, wünschen sich spezialisiertere oder vertiefendere Fortbildungsinhalte.

Vortragende Gesche Gerdes

Gerdes stellte ferner die Sandwich Sessions dar. Sie funktionieren nach Art der Lunch Talks. Die Themen werden also von den Mitarbeitenden selbst vorgeschlagen und innerhalb einer Mittagspausenstunde lang durchgeführt. Dazu wurde ein netter Flyer eingeführt, der die wichtigsten Frageformen aufführt: Was, wann, wo, wer und wie.

Als Themenbeispiele sind bspw. angeführt, über den vergangenen Bibliothekartag oder einer Tagung zur Hochschullehre zu berichten, Ergebnisse aus Kundenbefragungen darzustellen oder wie mit Outlook und Trello, einem Tool zur Zusammenarbeit umgegangen werden kann.

Für neue Mitarbeitende ist künftig eine „Tour de UB“ geplant. Außerdem soll mehr nach Zielgruppen differenziert und speziellere Angebote, auch zum Beispiel für Azubis, angeboten werden. Spannend auch die neu eingeführte Idee einer Intervision für Führungskräfte.

Nach 10 Jahren dieser Art der internen Weiterbildung werden immer noch sehr viele Vorschläge eingereicht. Die Kanäle der Feedbacks sind: elektronische Evaluation, persönliche Ansprechbarkeit und eine Ideenseite im Intranet.


Aus dem Programm des Deutschen Bibliothekartags 2018:

14.06.2018: TK 1: mitarbeiten & führen / Interne Weiterbildung und Personalentwicklung

Interne Weiterbildung an der Universitätsbibliothek Bern

Gesche Gerdes, Claudia Schumacher, Universitätsbibliothek Bern, Bern

An der UB Bern wird das interne Weiterbildungsprogramm nicht durch eine Personalabteilung organisiert, sondern erfolgt als Bottom-up Strategie durch Mitarbeitende für Mitarbeitende.
Die Mitarbeitenden der Arbeitsgruppe (AG) stammen aus möglichst unterschiedlichen Bereichen der UB und erarbeiten das Programm mithilfe eigener Inputs, einer Ideensammlung der Angestellten sowie aus den Evaluationen der bereits durchgeführten Kurse.
Die AG baut das Weiterbildungsprogramm der UB in Ergänzung zu bestehenden Angeboten anderer Institutionen auf und richtet es auf den arbeitsrelevanten Bedarf der Mitarbeitenden aus. Um diesem Umstand gerecht zu werden, stehen mehrere Gefässe zur internen Fortbildung zur Verfügung.
Der Vortrag erläutert die Vor- und Nachteile des aktuellen Konzeptes. Aufgrund der neuen Strategie der UB, aber auch durch die schweizweite Einführung der swiss library service platform (SLSP) voraussichtlich im Jahre 2020 werden sich zudem die Aufgabengebiete der UB verändern. Deswegen bietet der Vortrag auch einen Ausblick auf die mögliche Ausrichtung des zukünftigen Konzeptes der AG.
Referentinnen:
Gesche Gerdes leitet seit 2016 die AG Interne Weiterbildung wie auch die Fachstelle Informationskompetenz an der UB Bern. Zuvor hat sie an der Universität Zürich einen Master in Informations- und Bibliothekswissenschaft erworben und eine postgraduale Ausbildung als wissenschaftliche Bibliothekarin absolviert.
Claudia Schumacher ist nach ihrem Bachelorstudium in Informationswissenschaft seit 2013 an der UB Bern in unterschiedlichen Funktionen wie Teilprojektleitungen und als Vertretung der AG Weiterbildung tätig. Seit Anfang 2018 ist sie zudem Dienststellenleiterin der Kurier- und Scanzentrale.

#bibtag18 – 70 Jahre Fachzeitschrift BuB

22. Juni 2018 Kommentare deaktiviert für #bibtag18 – 70 Jahre Fachzeitschrift BuB

 

Präsentation der Ausgabeerscheingungen Jubiläumsfeier70 Jahre BuB

Jubiläumsfeier70 Jahre BuB Eine stolze Zahl! Wir gratulieren den Herausgebern wie auch dem langjährigen Redakteur Bernd Schleh für hervorragende Arbeit in guten wie in stürmischen Zeiten! Besonders gelungen fand ich persönlich schon immer die Schwerpunktsetzungen der einzelnen Ausgaben. Als ehemalige BIB-Aktive mit ein wenig Einblick in die Hintergründe kann ich nur sagen, dass es sich unter den Protagonisten niemand leicht macht und alle ein hohes Augenmerk auf die Bedarfe der Leserschaft richten.

Wer bereits schon einmal einen Artikel geschrieben und / oder selbst eine Zeitschrift (oder auch ein Blog) herausgibt, weiß um die detaillierten Anforderungen, die das Auswählen, Redigieren, Terminieren, Layouten … na, eben Publizieren mit sich bringt.

Herzlichen Glückwunsch also zum Jubiläum und weiterhin viel Erfolg für das Vereins- wie Fachorgan „BuB – Forum für Bibliotheken und Information“, welches unbestritten zu den Marktführern im deutschsprachigen bibliothekarischen Sektor zählt! Danke für die nette Feier!

Jubiläumsfeier70 Jahre BuB Jubiläumsfeier70 Jahre BuB

 

 

#bibtag18 – Vortrag „Systematische Leseförderung … Biberach“

21. Juni 2018 Kommentare deaktiviert für #bibtag18 – Vortrag „Systematische Leseförderung … Biberach“

Der Vortrag von Frank Raumel zur Systematische Leseförderung im „Netzwerk Lesen Biberach“ zeigt wieder einmal, dass selbst mit lediglich 13,1 Personalstellen großartige preiswürdige Arbeit weit in die Stadt hinein geleistet werden kann. Das Medien- und Informationszentrum Stadtbücherei Biberach an der Riß hält bereits schon viele Jahre als wunderbares Best-Practice-Beispiel für die Jahresberichts-Seminare der Blogschreiberin her, und so ist mir aus den Berichten des geschätzten Kollegens bekannt, dass dort im Baden-Württembergischen die Latte der Bibliotheksarbeit kontinuierlich hoch hängt. Was den Stadtoberen nicht unbedingt immer so bewusst wird, habe ich mir sagen lassen. Tja, der Rufer im eigenen Lande … kennt man ja. Doch der Weihnachtsbotschaftsfilm, der die Reportage des SWR über die mit dem Deutschen Lesepreis ausgezeichnete Leseförderaktion (Stiftung Lesen) enthält, hat sicherlich für etwas mehr geneigte Aufmerksamkeit gesorgt und ist wiederum ein Best-Practice-Beispiel für Öffentlichkeitsarbeit … und Vernetzungswillen!

Uns jedenfalls wurde er zum Ende hin präsentiert, und weil ein Video oft mehr sagt als 1000 Worte, soll er unseren Lesegästen gleich zu Anfangs offeriert werden:

Weitere Stichworte aus dem Vortrag:

  • Ziele – gezielt, systematisch und nachhaltig setzen und über Kooperationsverträge absichern. Meilensteine setzen. Eingang ins Leitbild. Fortlaufende Entwicklung der Medienkompetenz-Bausteine. Kontinuierlicher Ausbau der Partnerschaften und Zielvereinbarungen. Kommunikationsstrukturen optimieren. Einbinden von Erzieher/inne/n und Pädagogische Kräfte. Marketingverbesserung. Einführen eines kostenlosen Institutionsausweises für eine Ausleihe bis zu 50 Medien.
  • Leistungen – Helfen beim Ausbau von Leseecken in Kindergarten bis hin zu Kindergartenbüchereien, viel Beratungsleistung
  • Antwort auf Frage, wie das zu schaffen war: Abbau von anderen Dienstleistungen, Effizienz, Umstrukturierungen, Grundschul-Buchbestände wurden EDV-erfasst (Kindergärten arbeiten mit Buchkarten), Erzieher/innen werden geschult, Förderkreis spendet Buchpakete

14.06.2018: TK 4: informieren & vernetzen / Kampagnen, Veranstaltungen und Aktionen
Systematische Leseförderung im „Netzwerk Lesen Biberach“
Frank Raumel, Medien- und Informationszentrum Stadtbücherei Biberach, Biberach an der Riß
Medien- und Informationszentrum Stadtbücherei Biberach, Leitung, Biberach an der Riß, Deutschland 54 Kooperationspartner umfasst das „Netzwerk Lesen Biberach“ Ende 2017. Damit sind alle Kindergärten und Kinderkrippen in Biberach, sowohl jene in kirchlicher als auch kommunaler Trägerschaft, sowie alle allgemeinbildenden Schulen, sowohl staatliche als auch kirchliche und private, in einem gemeinsamen Aktionsbündnis für die Leseförderung vereint.
Die zwölfjährige Aufbauarbeit des Medien- und Informationszentrums Stadtbücherei Biberach hat damit einen wichtigen Meilenstein erreicht und wurde dafür im November 2017 mit dem Deutschen Lesepreis für hervorragendes kommunales Engagement ausgezeichnet.
Das Ziel der vertraglichen Kooperationen ist eine nachhaltige gemeinsame Arbeit für eine flächendeckende und alle Kinder der Stadt erreichende Leseförderung, die möglichst früh beginnt und möglichst lange anhält. Seit das Bibliotheksteam 2005 die Entscheidung traf, diese wichtige Aufgabe aus der Zufälligkeit der „Führungen“ und „Veranstaltungen“ in eine Strategie zu überführen,sind viele nachhaltige Kontakte mit Multiplikatoren sowie Medienangebote in unmittelbarer Nähe kindlicher Lebenswelten entstanden. Diese Lesenester, Kindergarten- und Schulbüchereien und die umfangreichen begleitenden Medien- und bibliothekspädagogischen Angebote stärken die Lesemotivation sowie die Lese- , Medien- und Informationskompetenz der Kinder, verbessern deren Bildungschancen und erhöhen die Bildungsgerechtigkeit.
Entgegen mancher Befürchtungen, werden die Leistungszahlen der zentralen kommunalen Bibliothek dadurch nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil konnte nachgewiesen werden, dass sich das Verlassen des „Elfenbeinturms Bibliothek“ befruchtend auf die Kunden- und Nutzungszahlen des Medien- und Informationszentrums Stadtbücherei Biberach auswirkt. Ein Beleg dafür ist z.B. die Marktdurchdringung in der Altersgruppe der 10 – 14jährigen, die bei über 85 % liegt.

#bibtag18 – Netzwerktreffen Grüne Bibliothek

20. Juni 2018 § Ein Kommentar

Treffen des Netzwerks Grüne Bibliothek im Rahmen des Deutschen Bibliothekartags 2018 #bibtag18 Nach acht intensiv erlebten #bibtag18-Vorträgen am Mittwoch war es höchste Zeit für etwas Entspannendes. Aber natürlich auch dieses auf bibliothekarischer Ebene. Das Treffen der Initiative „Netzwerk Grüne Bibliothek“, sehr passend und stilvoll im Café Botanico, einem italienischen Café-Restaurant mit Urban-Garden und Perma-Kultur bei ausgezeichneter Küche, gestaltete sich als ausgiebige Vorstellungsrunde.

Treffen des Netzwerks Grüne Bibliothek im Rahmen des Deutschen Bibliothekartags 2018 #bibtag18Die Interessen, Lebensläufe und Engagements, die dabei zu Tage traten, war sehr spannend und aktivierend. Leider konnte ich kurzfristig das für den Freitag angesetzte World Café „Bibliotheken auf dem Weg zur ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit nicht besuchen, möchte aber Janet Wagners Feedback zum Erfolg des „Hands-On Lab analog“ posten:

Alle Anwesenden waren voll bei der Sache, es gab ein World Cafe mit drei Fragen zur Nachhaltigkeit, viele gute Anregungen und Ideen wurden zusammengetragen, auch ein paar Erwartungen an das Netzwerk wurden geäußert. Es gab keine freien Plätze mehr im Lab, insofern würde ich sagen: success😁😁

Sicherlich wird es hierzu noch einen ausführlichen Bericht geben. Als Vorgeschmack hier ein Ergebnisfoto mit Ideen für einen grünen (nachhaltigen) Bibliothekartag. In Rot das, was negativ aufgefallen ist, schwarz einige Vorschläge und Lobendes.

Beispielsweise sprach mich das Leih-Fahrrad-Angebot sofort an. Denn um zum abendlichen Treffen zu gelangen, welches in der Hermannstraße 100 in Neu-Kölln stattfand, charterte ich ein Taxi. Der Weg war mir einfach nach all den bereits gelaufenen Kongressmeilen zu lange. Auch neige ich nicht dazu, mich in nächtlicher Stunde auf mir fremden Wegen zu Fuß zu bewegen. Doch ein Leihfahrrad hätte ich sofort genommen.

Wer Lust hat, kann ja ebenfalls noch ein paar Vorschläge einreichen. Einfach ins Kommentarfeld, direkt an mich oder an das Netzwerk auf Facebook. Der Hashtag #bibtaggruen könnte sich dabei als praktisch erweisen.

Ideen für einen nachhaltigen Bibliothekartag

#bibtag18 – Vortrag „Einsatz humanoider Roboter am Beispiel von Wildau“

19. Juni 2018 Kommentare deaktiviert für #bibtag18 – Vortrag „Einsatz humanoider Roboter am Beispiel von Wildau“

Vortrag Frank SeeligerBernd und Wilma, die beiden humanoiden Pepper-Roboter an der TH Wildau, wurden Im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft geboren. Rund 25.000 Euro kostete das gute Stück, zu dessen „Erziehung“ und damit zu seiner tauglichen Verwendung Manpower benötige, so Frank Seeliger. Diese seien in den rund 4.000 Studierenden der Telematik zu finden gewesen.

Die Ausgangsfrage war: „Wo können wir mit Dienstleistung unterstützen?“ Und genau dieses sei auch die (zum Teil erst noch anvisierte) Aufgabe von Pepper Bernd: Entlastung des Thekenpersonals in Routinefragen bis hin zu etwa 15-minütigen Standard-Führungen für einen ersten Überblick. Für Zeiten mit großem Publikumsandrang etwa würden sich etliche auf den Roboter konzentrieren und damit das Personal entlasten. Bei den üblichen Problemen wie das Bedienen der Drucker oder im ewig gleichen Hinweis, wo das WC zu finden sei, wäre Bernd ein Zugewinn. Wilma hingegen dient der Entwicklung und steht ausschließlich den Studierenden zur Verfügung.

Im September 2016 ausgepackt wollten sofort alle „Pepper“ kennenlernen, wie es auch der Wunsch zahlreicher Vortragszuhörenden sei, zu denen Seeliger von der Wildauer Innovation sprechen soll. Doch der weißglänzende, gerade mal 1,20 Meter große „neue Mitarbeiter“ ist mit 28 Kilo zu schwer, um herumgereicht zu werden. Auf Youtube gäbe es jedoch genügend Filmchen, um sich einen Eindruck zu verschaffen.

Entwicklung und Einsatz

Folie Frank Seeliger, Folie zum Vortrag "Einsatz humanoider Roboter am Beispiel von Wildau"Man solle jedoch nicht zu viel von Pepper erwarten. Ein normales Gespräch mit echten Menschen kann er noch lange nicht ersetzen. Als zu lange wird die Reaktionszeiten von immerhin nur noch 3 statt vormals 7 Sekunden Dauer empfunden. Es sei auch sehr unwahrscheinlich, dass Pepper sehr bald schon den Menschen ersetzen könne, und Seeliger spricht hier das Moravec’sche Paradoxon an. Komplexe Berechnungen seien für Roboter zwar ein Kinderspiel, nicht jedoch komplexe Bewegungsmuster.

Anders als bei KI-Systemen gäbe es nur eine langsame und schrittweise Entwicklung. Und diese Entwicklung ist im Vorfeld zu definieren, es ist also kein selbstlernendes System, sondern fest konfektioniert. Wobei das Lernen künftig eine große Rolle spielen wird, sobald der „kleine Bruder“ namens Nao Grundschulkindern zu mehr Lesekompetenz verhilft.

Erst seit März 2018, also ein halbes Jahr nach seiner Anlieferung, ist Bernd im Einsatz. Um diese fahrende Litfaßsäule zum Laufen, vielmehr: zum Rollen zu bekommen, wurde viel gearbeitet. Sie überhaupt zu erhalten war hingegen weniger schwierig. Als Seeliger die innovative Anschaffung vorschlug, wurde ihm entgegnet: „Was? Nur einen? Wir kaufen zwei!“

Mittlerweile wurden 7-8 Bachelorabschlussarbeiten über die Pepper-Roboter geschrieben, die sogar Witze erzählen können und den Wetterbericht, Fahrpläne und Ortsangaben drauf haben. Bernds Einsatzbereich könne mit der Funktion eines Chatbots vergleichbar sein, der wohl wieder in Mode käme, so jedenfalls prophezeit es Seeliger. Im Moment allerdings gäbe es noch so einige Schwächen, um ihn als Miniführer bibliotheksraumdeckend einsetzen zu können.

Grenzen, Schwachstellen und Anforderungen

Bernd kann keine GPS-Daten empfangen, hätte kein Bluetooth, und zu viel Sonne nähme er als Widerstand war und verharre auf der Stelle. Außerdem lassen seine Rollen nicht zu, dass er die Schwelle der Aufzüge oder gar Treppen überwinden könne. Gelöst sei noch nicht (die Frage nach personenbezogenen Daten. Da die Peppers über eine Gesichtserkennung verfügen, müsse das im Grunde mit den Eltern abgesprochen werden. Definitiv gäbe es keinen Memoryspeicher.

Technisch gesehen könne man über Leasingverträge den Pepper-Roboter aktuell halten, indem man die einen oder anderen Verschleißteile austauscht, z. B. das Tablet zur Fernbedienung.

Möglichkeiten / Projekte

Interessant war Bernds Einsatz in einem schulischen Kunstprojekt. Die Frage lautete: „Wie nehmen Kinder Roboter wahr?“ Die Folien zeigten aus Pappmaché erstellte Peppers, die für eine Ausstellung zum Motto „Arbeitswelt der Zukunft“ verwendet wurden. Die Selbstverständlichkeit, mit der eine der Peppers ein geöffnetet Buch in seinen Pranken hält, hat fast schon etwas Erlösendes.

Ein weiteres Projekt ist, wie weiter oben angedeutet, die Leseförderung, die auch funktionalen Analphabetismus mit einschließt. Man liest dabei dem Roboter, der still und geduldig zuhört, vor und Pepper stellt Rückfragen oder verbessert Wörter. Ein Stichwort dabei war auch „Antolin“. Kooperationspartner ist die Stadtbibliothek Wildau, die auch den Innovationspreis für Bibliotheken der Länder Berlin und Brandenburg 2017 damit gewonnen hat.

[Diese und weitere Projektszenarien finden Sie hier.]


Aus dem Programm des Deutschen Bibliothekartags 2018:

13.06.2018: TK 2: kommunizieren & handeln / Roboter und Gaming

Einsatz humanoider Roboter am Beispiel von Wildau: Möglichkeiten und Grenzen

Frank Seeliger, TH Wildau, HSB, Wildau, Deutschland

Seit Herbst 2016 besitzt die TH Wildau zwei kindergroße, sogenannte Pepper-Roboter, einen zur Entwicklung (Bernd) und Wilma zum Produktivbetrieb in der Hochschulbibliothek. Verschiedene Einsatzfelder sind definiert und teilweise technisch bereits umgesetzt. Die hochschulinterne Zielvereinbarung fördert diese Entwicklungen. Ob Bibliotheksführung, Hilfe am Kopierer, kleinere Interaktionen mit Kunden oder Ortung sind schon jetzt vorzeigbar. Die rollende Maschine soll im nächsten Jahr die unbemannte Bibliothek als Serviceeinrichtung unterstützen. Neben diesem Projekt erhielt eine weitere Kooperation Auftrieb durch den Gewinn des ersten Innovationspreises der Region Berlin und Brandenburg. Ein kleinerer humanoider Roboter namens Nao soll Grundschulkindern helfen, Lesekompetenzen zu entwickeln.

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