Situation der Erwachsenenbildung im Ländervergleich

1. April 2021 Kommentare deaktiviert für Situation der Erwachsenenbildung im Ländervergleich

Knapp 40% der befragten Personen [in Österreich] geben an, sich in den letzten 12 Monaten [2020] an formalen und non-formalen Lernmöglichkeiten für den Job beteiligt zu haben. In den USA, die in diesem Punkt auf Platz 1 liegen, liegt der Prozentsatz bei 50%. (erwachsenenbildung.at)

2019 hatten „rund die Hälfte der Erwachsenen in den OECD-Ländern […] kein Interesse an entsprechenden Angeboten. Deutschland liegt hier mit 46 Prozent der Erwachsenen, die an berufsbezogener Fort- und Weiterbildung teilnehmen, über dem OECD-Durchschnitt (40 Prozent).“ (wb-web)

IMöchen Sie wissen, wie sich diese und weitere Situationen für Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern in Sachen Erwachsenenbildung für 2020 verhielt? Hat sich die Teilnahmebereitschaft in der Corona-Krise verändert? Hier geht’s zum „Dashboard on priorities for adult learning“ der OECD.

Trendstudie Fernstudium 2021 – hochzufrieden trotz Pandemie! 

9. März 2021 Kommentare deaktiviert für Trendstudie Fernstudium 2021 – hochzufrieden trotz Pandemie! 

Besonders über die Studienbedingungen waren über 96% der 6.400 Befragten sehr zufrieden, und das vor allem im Bezug auf einen ungestörten Ablauf. Nicht ganz dreiviertel der Fernstudierenden meinten, die Pandemie hätte sich nicht auf das Studium ausgewirkt, so die Pressemeldung der IUBH Internationale Hochschule GmbH.

Da Lern-Apps, Videokonferenzen, Tutorials und Podcasts ohnehin zu ihrem Studienalltag gehört, diese nun aber auch im Alltag der Bildungsanbieter Dank Corona besser funktioniere, kann man von einem echten Zugewinn ausgehen. Dabei sei eine individuelle Betreuung für 93% der Studierenden wichtig.

Ich finde es bemerkenswert, dass „durch Corona […] 25% der befragten Interessierten überhaupt erst klar geworden [ist], wie wichtig Weiterbildung ist.“ Ja, ja … 🙂

Stagnation der Kognitivität ab Mitte 30?

21. Oktober 2020 Kommentare deaktiviert für Stagnation der Kognitivität ab Mitte 30?

Die gute Nachricht: Unsere kognivite Leistung, also Wahrnehmen und Verarbeiten, ist besser als noch vor 100 Jahren. Die schlechte Nachricht: Sie soll wohl ab Mitte 30 stagnieren.

Festgestellt wurde dies anhand 24.000 abgespeicherter Schach-Turnierspiele aus 125 Jahren, die mit Computerzügen abgeglichen wurden. So konnte mathematisch die Leistungskurve(n) von Profi-Schachspielern errechnet werden. (Hm, ob man allerdings MEINE kognitiven Fähigkeiten mit diesen Ergebnissen vergleichen kann, das wage ich zu bezweifeln, bzw. will ich lieber mal nicht herausfinden.)

Etwas irritierend ist die Aussage in der PM: „Die kognitive Leistungsfähigkeit folgt einem Altersprofil, das zunächst ansteigt und ab etwa der Mitte des vierten Lebensjahrzehnts ein Plateau erreicht.“ Wie jetzt … doch erst später? Na, das klingt doch schon besser!

Dass wir uns sogar noch bis 50 geistig steigern können, lässt folgende Bemerkung hoffen: Die Spieler würden ab einem gewissen Alter nicht mehr spielen, weil nicht mehr gut genug, und man könne wegen des Selekionseffekts die Kurve nicht auf die breite Bevölkerung übertragen.

Also, wisst ihr was … Studie hin oder her … ich wäre doch einfach nur froh um ein Patt, sagen wir mal um die 60 herum? Ich möchte dann einfach so viel Neues gelernt wie verlernt haben, dass sich das Verlernen (ab der Rente meist reflexhaft als „Demenz“ bezeichnet) als wohltuende Erholung anfühlt. Vielleicht habe ich dann endlich genügend geistige Kapazität frei, um das Schachpielen meiner Jugend wieder aufzunehmen!

Beziehung stärken zu älteren Beschäftigten erhöht deren Hilfsbereitschaft

17. September 2020 Kommentare deaktiviert für Beziehung stärken zu älteren Beschäftigten erhöht deren Hilfsbereitschaft

Eigentlich ganz einfach: Hochwertiger Kontakt und eine positiv gestaltete Beziehung führen zu mehr sozialer Achtsamkeit und Empathie. Wozu es da eine Studie braucht? Egal, sie ist nun mal da. Das Besondere an ihr ist, dass sie sich der Altersunterschiede im Beruf annimmt und ihr Augenmerk besonders auf die älteren Beschäftigten richtet.

Diese wären nämlich nicht mehr so sehr an „Wachstum“ und „Eintwicklung“ interessiert – (Einspruch: Ich erlebe das auf dem Bibliothekssektor derzeit ganz, ganz anders! Die kurz vor der Rente stehenden Kolleginnen drehen oft so richtig nochmal auf!) –, sondern wären mehr an „sozial-emotional bedeutsamen Erfahrungen“ interessiert, so die Pressemeldung via idw-online.

Wie auch immer …

Die direkte Folge dieser Offenheit für die Bedürfnisse und Interessen anderer war eine erhöhte Bereitschaft [der Älteren], Kolleginnen und Kollegen bei der Lösung schwieriger oder zeitkritischer Aufgaben zu unterstützen. Auch die Motivation zu emotionaler Unterstützung stieg deutlich an.

Fazit: Mentorenprogramme und, wie ich meine, kollegiales Lernen sind in Zeiten von … (ätsch, nein nicht in corona-, sondern von) … immer älter werdender Bibliotheks“wesen“ ein „Must have“ für jeden Betrieb.

Verspielte Vorgesetzte sorgen für mehr Innovationspotential

3. September 2020 Kommentare deaktiviert für Verspielte Vorgesetzte sorgen für mehr Innovationspotential

Hört sich erst mal etwas nach Albernheit an. Doch das Resumee einer Studie legt nahe, dass Verspieltheit bewusst in den Berufsalltag integriert werden soll und Vorgesetzte dieses sogar vorleben sollten. Denn es würde sich positiv auf das Innovationspotential auswirken und ganz allgemein für mehr Zufriedenheit sorgen. Mehr „Beziehungszufriedenheit“ unter Partnern würde ebenfalls hergestellt werden.

Als Verspieltheit gelten sowohl Wort- und Gedankenspiele und kuriose Beobachtungen, aber auch ganz normales Spielen bzw. Gaming. Ich stelle mir das ja schon nett vor, obwohl ich eher in die Kategorie der ernsthafteren Mensch falle. Vielleicht gerade dann sollte Spielerisches öfter wieder zum Zuge kommen, um neue Entdeckungen zu forcieren, neue Ideen zu generieren und mit einem Schmunzeln bis herzhaftem Lachen neuen Schwung zu bekommen.

Probiert es einfach mal aus, liebe Chefs und -innen! Es tut nicht weh und man bricht sich auch keinen Zackena aus der Krone. Aber diese Zeiten vertragen es, wenn dem Ernst zumindest die Spitze genommen wird.

Depressiven Verstimmungen wirkungsvoll begegnen

25. August 2020 Kommentare deaktiviert für Depressiven Verstimmungen wirkungsvoll begegnen

In eine leicht depressive Stimmung könnte kommen, wer eine In- wie Auslandstour gemieden hat und stattdessen coronafallzahlensenkend zuhause blieb. Aber auch alle, die das derzeitige Berufsleben abstands- und maskenbedingt als sehr belastend empfindet, brauchen irgendwann etwas, was sie wieder halbwegs nach oben zieht. Urlaub zum Beispiel … ach ne, geht ja nicht. Hier springt der iFightDepression® in die Bresche. Der von der European Alliance Against Depression kostenlos zur Verfügung gestellte Selbsttest soll laut einer Studie tatsächlich hilfreich sein, um die physische Gesundheit zu stärken.

Dazu klickt man auf den Button „Selbsttest“ und scrollt sodann nach unten (bei mir am PC mit Firefox hat sich wider erwarten keine neue Seite oder kein neues Fenster aufgetan.) Es folgen 9 anzukreuzende Befindlichkeitsfragen. Nach dem Abschicken erhält man online sofort die Auswertung.

Soweit, so allgemein. Löblich, dass es auch Seiten für „junge Menschen“, „Familie und Freunde“, „Multiplikatoren“, „Ärzte und Apotheker“ und für Arabisch Sprechende“ gibt. Letzteres erscheint ein wenig überflüssig, nachdem im Framebereich für einige andere Sprachen eine Ländereinstellung zur Verfügung steht. Wie auch immer …

Bei den Multiplikatoren lässt sich unterscheiden nach Medien, Lehrer, Pfarrer und Seelsorger, und Polizei. Medien meint natürlich wieder mal nur die Presse. Bibliotheken kommen sowieso nicht vor, also ordnen sie sich am besten selbst irgendwo zu. Wir vereinen ohnehin alle Berufe in unserer Jobbeschreibung.

Schauen wir mal zu den Lehrern und aller -innen (was allerdings nirgends gegendert ist). Neben dem obligatorischen Ratschlag, zu einem Besuch beim Hausarzt und zu klinischen Diagnosen zu raten, erfahren wir mehr über Diagnoseparameter. Diese sind mit 21 Faktoren etwas umfangreicher als die, die sich im Selbsttest auftaten und klopfen psychologische, physische und Symptome auf der Verhaltensebene ab.

Es ist daher wichtig, zwischen Depression und Stress oder normalem Leiden wie Trauer zu unterscheiden.

Doch mit den Selbsttest und allgemeinen bzw. zielgruppenorientierten Ratschlägen alleine kann natürlich noch keine wirksame Verbesserung depressiver Stimmung erreicht werden. Deshalb gibt es die Kernmodule.

Ähnlich wie bei einer Psychotherapie lernen die Betroffenen in sechs Kernmodulen, wie sie Selbstüberforderung vermeiden, mit negativen Gedankenschleifen umgehen oder wie Schlaf und Stimmung zusammenhängen. [idw-online]

Man findet diese, indem man unter dem permanent eingeblendeten Rechteck „Selbstmanagement-Ressourcen“ nicht nur einfach den Button „Zum Selbsttest“ klickt, sondern auf „Weiterlesen“. Sodann erscheint – neben wieder mehr allgemeinen Ratschlägen – am linken Bildrand ein Menü mit den weiterführenden Seiten:

  • Selbstmanagement-Ressourcen (also die Seite, auf die man gerade gelangt ist und die allgemeinen Ratschläge enthält)
  • Gesunde Ernährung
  • Positive soziale Kontakte
  • Tagesplanung
  • Körperliche Aktivität
  • Gesunde Schlafgewohnheiten
  • Selbsttest (selbiger, den ich eingangs beschrieb)
  • iFightDepressions® Tool

Letzteres ist oder wäre das eigentlich spannende Element. Jedoch:

Wenn Sie denken dass Sie an einer Depression leiden könnten und daran interessiert sind das iFightDepression® Tool zu nutzen, bitten wir um Verständnis, dass es nicht möglich ist, Ihnen direkt einen persönlichen Zugang bereitzustellen. Wir empfehlen Ihnen aber stark, sich bei Ihrem Hausarzt oder Psychotherapeuten zu melden, damit Sie dort Unterstützung und andere Behandlungsformen oder Hilfestellungen erhalten. [iFightDepression®]

Als Hausartzt oder Psychotherapeut kann man sich zu einem 70-minütigen Onlinetraining anmelden und erhält nach dessen Absolvierung ein Zertifikat. Erst dann kann dieser Zertifizierte seine Patienten zur kostenfreien Nutzung des Tools einladen.

Sprich: Ich muss meinen Hausarzt dazu überreden, sich die Zeit zu nehmen, um mir einen Zugang zu verschaffen. Wenn ich bisher noch nicht in eine leichte depressive Verstimmung gefallen bin, dann spätestens jetzt. 😉

Spießig, spaßbefreit, sorgenvoll … nein, wir reden hier nicht von uns!

24. Juli 2020 Kommentare deaktiviert für Spießig, spaßbefreit, sorgenvoll … nein, wir reden hier nicht von uns!

Es ist die Jugend zwischen 14 und 17 Jahren, so das Ergebnis der Sinus-Jugend-Studie, die sich ernst und besorgt, im besten Falle „gedämpft-optimistisch“ sieht. Party ade … am Ende lesen die gar wieder! 😉

Spaß beiseite … in Bibliotheken bleiben wir den Entwicklungen auf der Spur und stellen uns darauf ein. Mit Medien, Veranstaltungen und Bildungsangeboten. Daher sind derartige Studien Pflichtlektüre. Und ich musste unlängst feststellen … es scheint zu stimmen, was die da schreiben. Selbst erlebt.

In meinem Ehrenamt als Bamberger Schulbiene hatte ich mehrere Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahre zu einem netten Thema (Honig entdeckeln und schleudern, natürlich mit Kostproben) im Rahmen des BUND-Sommerprogramms. Also ganz entspannt eigentlich, nichts Verpflichtendes für die Kinder, alles freiwillig. Doch die Stimmung wirkte anders als alles, was wir bisher erlebten. Eben ernster, zurückhaltender, gut zuhörend, brav alles befolgen, was wir erbitten mussten (Hygiene, Sicherheitsaspekte), und irgendwie bar jedes Aufbegehrens, kaum Neugierde, keine Fragen, kein Unterbrechen, nichts einfordernd … es war gruselig. Nicht mal unsere Plüschtiere wurden in Augenschein genommen wie sonst, oder gar gestreichelt. Vielleicht tragen die ja auch den Virus und man muss Abstand halten?!

Nun, wir gaben den geforderten Abständen und den Mund-Nasen-Masken die Schuld an der seltsamen Stimmung. Wir waren schließlich Fremde und blieben es auch, da unsere Mimik nicht erkennbar war. Also, mir würde das auch die Petersilie verhageln, so als Kind.

Natürlich ist die Corona-Krise für oben genannte Studienerkenntnisse nicht ausschlaggebend gewesen. Der Zeitraum war ein anderer. Doch die Themen, die im Hintergrund fürs Verhalten sorgen, sind die gleichen. Ihr wisst schon … Klima, Umwelt, Hetze, Feindseligkeiten, Seuchen, … eben dystopische Aussichten.

So what?!

Ich schätze, wir werden lernen müssen, gegenüber der Jugend noch viel achtsamer mit dem, was wir körpersprachlich und verbal vermitteln, umzugehen. Wir werden genau hinhören und hinsehen lernen, um auf Augenhöhe und Respekt mit denjenigen zu kommunizieren, deren Zukunft mir (ehrlich, ganz ehrlich gesagt, und das trotz all meines bisherigen Grundoptimismusses) nicht geheuerlich ist.

Doch vor allem sollten wir eines in Bibliotheken für diese Generation tun: Sie unterstützen in ihrem Kampf gegen alles, was da auf sie zukommt. Und außerdem ihnen wieder etwas Ablenkung und Spaß bereiten! Denn nur ein frohes Herz hat Mut und Kraft, um das Leben zu meistern!

Das war mein Wort zum Sonntag … habt Spaß an diesem Wochenende, allem zum Trotz!!!

Bildschirmmedien beeinflussen Vorstellungskraft von Kindern

13. Mai 2020 Kommentare deaktiviert für Bildschirmmedien beeinflussen Vorstellungskraft von Kindern

… und ich bin mir nicht sicher, ob nicht auch Erwachsene so langsam die ihrige ebenfalls verlieren, sofern mal vorhanden. Ich halte das Ergebnis der Studie von Regensburger Pädagogen an Kindern für durchaus realistisch und nachvollziehbar. Wer alles fertig vorgesetzt bekommt, muss nicht selbst denken oder die innere Quelle eigener Emotionen entdecken und ergründen. Die Phantasie liegt brach, die schließlich Motor aller Gedankenreisen ist. Kein Wunder, dass das Home-Schooling nur ein rudimentärer Ersatz für „echtes Er-Leben und Er-Denken“ sein kann.

Genau so dürfte es auch uns Erwachsene gehen. Viele Fähigkeiten werden verschüttet, sehr viel spontan abrufbares Grundwissen geht verloren durch übermäßigen Gebrauch von Bildschimrmedien. Wer noch zu den Lesenden oder zu den Schreibenden zählt, ist allerdings bestens gewappnet gegen Stumpfsinn und Banalitätsrauschen im Hirn. Auch, wer noch aus dem Fenster sieht und, die Wolken und das Licht betrachtend, sagen kann: „Sieht nach baldiger Wetterbesserung aus. Ich glaube, heute gehe ich noch mit dem Hund raus!“, statt die Wetterapp aufzurufen, sollte gefeit sein vor der Allmacht elektronischer Auskunftsmittel, die das „nackte“ Denken nur noch als unnütze oder luxuriöse, ja, gar schon als nerdige Spielerei erscheinen lassen. Denn Nerds sind nicht mehr die Technik-Freaks, sondern diese seltsame Spezies, die graue Gehirnzellen ohne Not von alleine routieren lässt.

Fazit – und ein uralter Hut: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“
(Okay, ja, ich habe den korrekten Spruch von Paracelsius nachrecherchiert – elektronisch unterstützt. Aber das alles vorher war echt von mir selbst erdacht, angeregt durch die Pressemeldung via idw-online – ich schwöre!)

P. S.: Wir haben in diesem Blog bislang noch nie die Schlagwörter „Vorstellungskraft“ und „Phantasie“ benutzt. Es scheint, als wären Daten, Fakten, gesichertes Wissen als ausschlaggebend für unsere Meldungen. Sind wir zu sehr Wissenschaftler/innen?! Zur Ehrenrettung: Auch da ist Vorstellungskraft etwas sehr essentielles, um Gedankenmodelle zu entwickeln, die es zu erforschen gilt. Vielleicht aber sollten wir dennoch mehr auf eine Balance achten, mit welchen Themen wir uns tagtäglich beschäftigen. Und eben auch, durch welche Medien wir sie konsumieren, interpretieren und abschließend euch servieren … 😉

Fehlen wir uns? Oder sind wir nur flüchtige Bekannte und schnell vergessen?

4. Mai 2020 Kommentare deaktiviert für Fehlen wir uns? Oder sind wir nur flüchtige Bekannte und schnell vergessen?

Nachdenklich macht mich heute ein Spiegel-Artikel über Flüchtige Bekannte. Wolfgang, wir vermissen dich! Er beschreibt, wie durch Corona Menschen aus unserem Leben verschwinden und geht der Frage nach, ob Familie und Bekannte ausreichen, uns wohl zu fühlen, oder ob auch flüchtige Bekannte Einfluss darauf haben.

Vielleicht ist das das einer der Ursachen, warum wir Bibliothekartage und -kongresse nicht gänzlich durch Videokonferenzen ersetzen werden können. Das Aufblitzen des Sich-Erkennens, kurz mal die Hand heben und lächend-nickend grüßen, eben mal stehenbleiben für ein „Wie geht’s?!“, „Danke, gut, und dir?“ „Auch gut, alles prima“, „Super, dann schöne Zeit, man sieht sich!“ …

Wie weh es tut, wenn das eine ganze Zeit lang fehlt, obwohl wir uns früher vielleicht sogar ein wenig dämlich vorkamen, bei dieser Art Small Talk.

Eine langjährige Kolllegin, mit der ich vor etwa 10-25 Jahren gleiche Interessen vertreten und mich häufiger gesehen, die jedoch mit der Zeit halt einfach zur eher flüchtigen Bekannten mutierte, tadelte mich sogar einmal deswegen. „Immer, wenn man dich fragt, wie es dir geht, geht es dir gut, ja, ja!“ Tja, was soll ich sagen? Es ging und geht mir halt auch meistens – und relativ zu echten Katastrophen wie vielleicht die, was wir gerade erleben – ganz gut. Denn wenn ich eines kann, dann aus jeder Situation das Beste machen. Warum also sollte ich groß erzählen, dass mein Leben durchaus Anstrengungen kennt? Würde sie es, die flüchtige Bekannte, mit ähnlichen Befindlichkeitserzählungen goutieren? Eher nicht, so richtig offen erschien sie mir nie.

Aber warum auch? Es reicht doch auch und ist doch schön, dass wir uns immer noch kennen, uns immer noch lebendig und guter Dinge sehen können, und dass wir uns im Hinterkopf immer noch an gemeinsame Zeiten erinnern können. Hurra, wir leben noch!

Also, liebe S., falls wir uns das nächste Mal wieder „in echt“ sehen werden, dann …, ja, dann …, wird es mir hoffentlich immer noch gut gehen, und dir auch, aber dann werde ich dir einfach mal um den Hals fallen und sagen: „Du, ich vermisste dich, du liebe treue flüchtige Bekannte!“

2020 EDUCAUSE Horizon Report™ | Teaching and Learning Edition

10. März 2020 Kommentare deaktiviert für 2020 EDUCAUSE Horizon Report™ | Teaching and Learning Edition

This report profiles key trends and emerging technologies and practices shaping the future of teaching and learning and envisions a number of scenarios and implications for that future. It is based on the perspectives and expertise of a global panel of leaders from across the higher education landscape.

[via educause incl. pdf zum Herunterladen]

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