Kopien erstellen, Kopien verteilen – Was ist erlaubt und was verboten?

29. Dezember 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

Schnell noch den Zeitungsartikel ausgedruckt und für alle kopiert und dann kann’s losgehen mit dem Seminar: Darf man das oder ist das schon eine Verletzung des Urheberrechts? Die Vervielfältigung von Lern- und Lehrmaterialien ist mit einigen Beschränkungen versehen. Wie man damit umgehen kann, zeigt diese Handlungsanleitung.

Kopien, z.B. aus Büchern oder Zeitungsartikeln

Das Urheberrecht macht unterschiedliche Vorgaben für Schule, Volkshochschule (VHS) und andere Bildungseinrichtungen, wenn es beispielsweise darum geht, einen Auszug aus einem Buch für Schülerinnen und Schüler bzw. Teilnehmende zu kopieren: Was in der Schule erlaubt ist, dürfen Sie in der Erwachsenenbildung unter Umständen nicht.

Wenn Sie an einer VHS unterrichten, dürfen Sie kleine Teile aus erschienenen Werken kopieren, und zwar:

  • bis zu 12 % eines jeden Werkes, maximal jedoch 20 Seiten,
  • ganze Werke, wenn diese maximal 25 Seiten haben – z.B. Zeitungsartikel – und es sich nicht um Werke für den Lehrgebrauch handelt und
  • vollständige Bilder, Diagramme, Fotos und sonstige Abbildungen.

Wenn Sie nicht an einer VHS tätig sind, dürfen Sie das auch – allerdings sind Sie nur berechtigt, Kopien in dem genannten Umfang für sich selbst, für die eigene Vorbereitung anzufertigen. Die Weitergabe an die Teilnehmenden ist dann nicht zulässig. Das legt das Urheberrecht so fest. Zusammengefasst sind die Regelungen für die Erwachsenenbildung auf der Seite kopier-regeln.de (siehe auch die Links am Ende dieses Textes).

Gemeint sind hier analoge Kopien, d.h. auf Papier. Einscannen, per Mail verschicken, auf dem interaktiven Whiteboard nutzen, auf einen USB-Stick kopieren oder ins Intra- oder Internet einstellen – VHS oder nicht – ist generell nicht erlaubt.

Was tun?

  • Mit Lehrmaterialien, die unter freien Lizenzen veröffentlicht sind, sind Sie auf der sicheren Seite, wenn Sie die jeweiligen Lizenzbedingungen beachten. Viele detaillierte Tipps finden Sie hier:
  • Selbst erstellte Materialien dürfen Sie kopieren, so oft Sie wollen. Das gilt natürlich nur, wenn Sie auch Urheberin oder Urheber sind, nicht wenn Sie etwas aus anderen Quellen zusammenstellen.
  • Mit Genehmigung geht immer: Wenn der/die Rechteinhaber/in die Nutzung gestattet, dann können Sie sie verwenden. Schauen Sie, beispielsweise auf den Internetseiten der Zeitung, aus der Sie einen Artikel verwenden möchten, ob es Hinweise zur Verwendung gibt oder fragen Sie nach.
  • Es gibt Anbieter von Lehrmaterialien, die Vorlagen zum freien Kopieren bereitstellen – recherchieren Sie im Internet auf den Seiten der Verlage, ob es so etwas für Ihren Bereich gibt. Mit den richtigen Stichworten wird man schnell fündig, hier zum Beispiel: „Ein guter Start für Flüchtlinge und Asylsuchende. Passende Materialien für Deutschkurse.”

Filme und Musik auf CD und DVD

Auch das Kopieren einer CD oder DVD ist immer urheberrechtlich relevant: Ohne Genehmigung darf man nur Kopien erstellen, die für den privaten Gebrauch genutzt werden. Dieses Recht auf eine Privatkopie bezeichnet die legale Kopie eines urheberrechtlich geschützten Werks für die rein private Nutzung. Mit „privat“ ist „nicht öffentlich“ gemeint: Das heißt sobald die für private Zwecke kopierte CD in einem mehr oder weniger öffentlichen Bereich des Netzes steht, ist das nicht mehr zulässig. Auch die berufliche Nutzung einer kopierten CD oder DVD ist nicht erlaubt. Mit dem Original kommen Sie in diesem Fall allerdings auch nicht weiter: Für die Aufführung in der Öffentlichkeit, und zu der gehören auch Seminare in der Erwachsenenbildung, brauchen Sie die Einwilligung der Urheber oder Rechteinhaber.

Was tun?

Filme und Musik nutzen, die unter freien Lizenzen veröffentlicht sind, Hinweise finden Sie z.B. hier: Wo finde ich kostenlose Musik und Töne? (Link korr. 2.1.18)

Recherchieren Sie bei Einrichtungen, die für solche Vorführungen lizenzierte Videos zur Verfügung stellen, z.B. bei Stadt-, Kreis- oder Landesmedienzentren, ob es einen passenden Film für Ihr Vorhaben gibt.

Musikdownloads kopieren

Für Musikdownloads gilt auch das Recht auf Privatkopien. Anbieter von Musik im Netz formulieren aber häufig eigene Kopierregelungen, mit denen man sich vertraut machen sollte. Ob diese vor deutschen Gerichten Bestand hätten, ist noch nicht geklärt.

Was tun?

Sich mit den Geschäftsbedingungen der Anbieter vertraut machen und im Zweifel auf andere ausweichen. Oder Musik nutzen, die unter freien Lizenzen veröffentlicht ist. (Auch hier sei auf unseren Artikel zu kostenloser Musik (Link korr. 2.1.18) verwiesen). Und: Die aktuelle Rechtsprechung verfolgen.

Auf diesen Seiten finden Sie weiterführende Hinweise:

Alles was man zum (Foto)Kopieren in der Erwachsenenbildung wissen muss, mit FAQs und einem Flyer zum Download: kopier-regeln.de.

Der Klassiker: Auf irights.info finden Sie ausführliche Hinweise zum Thema Privatkopie – und vieles mehr.

Auch klicksafe bietet umfassende Informationen zum Thema, z.B.: „E-Books, Filme und Software: Was darf man mit Dateien aus Onlineshops machen?

CC BY SA 3.0 DE by Ute Demuth (unverändert übernommen aus wb-web)

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Filme vom 34. Chaos Communication Congress …

28. Dezember 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

… sind hier zu finden! Die Tweets sind unter #34C3 zu finden.

Mitschnitt der „Netzwerk Bibliothek“-Veranstaltung #einfachdigital!

27. Dezember 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Netzwerk Bibliothek-Veranstaltung „Einfach digital : Fachveranstaltung mit Praxisbeispielen aus norddeutschen Bibliotheken“ vom 13.12.2017 in Hamburg kann man im Netz ansehen.
In den Jahren 2018 und 2019 wird es weitere #einfachdigital-Veranstaltungen in West-, Ost- und Süddeutschland geben.

Weihnachtsgrüße

22. Dezember 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs,

wir möchten Ihnen ganz herzlich alles Gute für die Weihnachtszeit und für den Jahreswechsel wünschen! Es freut uns, dass Sie uns die Treue halten und wir hoffen, dass wir weiterhin mit unseren Postings rund um Fortbildungen Ihren Geschmack treffen.

Mit allen guten Wünschen

Ilona Munique und Jürgen Plieninger

1. OER-Tage in Sachsen 2018

21. Dezember 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

1. Sächsische OER-Tage vom 15.-18.01.2018 in Dresden mit eigenem Workshop für Bibliotheksangehörige bei kostenfreier Tagungsteilnahme. Folgende Ziele und Inhalte:

  • Informationen über freie Lehr- und Lerninhalte & Open Educational Resources (OER) u
  • Diskussion über den Mehrwert  von OER für die sächsische Hochschullandschaft
  • Was ändert sich im Urheberrecht nächstes Jahr?
  • Welche Alternativen gibt es zur digitalen Bereitstellung von Lehr-Lern-Material?
  • Möglichkeit, aktuelle Probleme und Herausforderungen aus der eigenen Hochschule einzubringen
  • Beitrag von Dr. Arne Upmeier zur Urheberrechtsreform

Veranstalter: Projekt OERsax und SLUB Dresden.

Anmeldung | Programm  http://blogs.hrz.tu-freiberg.de/oersax/oer-tage-2018/

Lernen

20. Dezember 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

„Am 30. Januar 2018 hält Charles Jennings eine Keynote auf der LEARNTEC in Karlsruhe.“

[Hinweis von J. Robes im Weiterbildungsblog]

Hausarbeit schreiben leicht gemacht

19. Dezember 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

Guided Walk macht Hausarbeiten einfacher. Und ist selbst auch sehr einfach aufgebaut. Zunächst drei Bereiche:

  • Literatur suchen und bewerten
  • An den Volltext gelangen
  • Richtig zitieren

Unter den jeweiligen Themen finden sich ein paar Fragen, die auch mit „Ich gehe erstmal einen Kaffee trinken“ beantwortet werden können. Also durchaus wirklichkeitsnah 😉

Wo bin ich?

Du siehst dir momentan die Archive für Dezember, 2017 auf Fortbildung in Bibliotheken an.