Beulen am Kopf wegen Gruppenarbeiten?

21. August 2017 § 2 Kommentare

Wer hat uns eigentlich suggeriert, dass Gruppenarbeiten super wichtig, effektiv und bei Studierenden beliebt sind? Ich war da immer schon sehr skeptisch, nicht erst, seitdem die letzte Wahlmodulgruppe in Potsdam unisono aufstöhnte, als ich betont auf diese Möglichkeit hinwies. (Warum, ist wohl klar. Macht Lehrbeauftragten weniger Arbeit, wenn mehrere Personen auf einmal bewertet werden. Wir sind schließlich mehr oder weniger ehrenamtlich eingesetzt und dürfen uns die Arbeit auch mal leichter machen,  jawoll!) Der Artikel „Was man bei Uni-Gruppenarbeiten wirklich lernt? Dass sie abgeschafft gehören“ jedenfalls sprach mir (nicht nur wegen besagter Studierender, sondern auch in der Phase meiner früheren bibliothekarischen Berufsverbandsämter) sehr aus dem Herzen und goutierte die eigenen Erfahrungswerte. So manche Beule am Kopf jedenfalls spüre ich bei Wetterumschwüngen heute noch.

 

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§ 2 Antworten auf Beulen am Kopf wegen Gruppenarbeiten?

  • Ich hatte mir diesen Artikel auch angeschaut, zweimal sogar – ich fand aber, dass das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wurde. Die Quelle – ze.tt, ein hippes neues Magazin der Zeit – ist mir schon öfter aufgefallen mit interessanten Themen, dann aber schwachen Artikeln hinter der starken Überschrift. Vielleicht könnte man sich darauf einigen, dass Kritik an pädagogischen, nein: eher didaktischen Methoden so lange nicht stimmig ist, wie das Setting nicht stimmt, also die alte Frage: Ist die Methode denn richtig für die aktuelle Situation, das aktuelle Problem. So kann es sehr gut sein, dass Gruppenarbeit im einen Fall als Verlegenheitslösung der Dozentin/des Dozenten begriffen wird, weil nicht viel Zeit da ist oder weil die Gruppenarbeit selbst schlecht vorbereitet wurde. Im anderen Fall, beispielsweise bei einem Tagesseminar werden Gruppenarbeiten gerne „genommen“, weil sie aufmuntern, Stichwort „Methodenwechsel“.
    Ich meine, wenn man schon grundlegend kritisiert, dann braucht man auch grundlegend andere Strategien und Konzepte. Es gibt Leute, die an dieser Ecke herumdenken, hier ein Beispiel, aber aus dieser Ecke kommen diese Artikel nicht. „Lernen statt lehren“ ist ein Setting, das noch an Breite gewinnen muss.

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    • Lieber Jürgen,
      ich hatte die Kritik an Gruppenarbeit komplett nur auf Studierende bezogen, nicht aber an Settings bei Tagesseminaren, die ja immer auch moderiert und begleitet sind. Eben das fehlt halt manchmal bei den jungen Leuten – die Erfahrung des Anleitens, Begleitens, Motivierens etc. Die Situation, die Ze.tt beschrieben hatte, ist mir sogar aus meiner Jugend so ähnlich schon untergekommen. Rate mal, wer diejenige war, die vorbereitet und dann aber zu schüchtern war, sich einzubringen? Genau.
      Recherchetechniken, Informationskompetenz und Präsentationstechniken … all das wird den Studierenden heute (mal mehr, mal weniger) beigebracht. Ich meine, Kenntnisse grundlegender Kommunikationstechniken und wie Gruppenarbeit funktionieren kann, wären dringend ebenfalls erforderlich. Auch noch im Erwachsenenalter übrigens.

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