Steigerung beruflicher Attraktivität: Studie zur Ausbildung mit handfesten Handlungsempfehlung

20. Mai 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Eine gehaltvolle und sehr empfehlenswerte, da auch für unsere Bibliothekswelt in Sachen Ausbildung erhellende und stimulierende Studie „Engagement und Ausbildungsorganisation“ wurde unlängst von der FG Berufsbildungsforschung des i:BB der Universität Bremen herausgegeben. Erstellt wurde sie im Rahmen der Landesinitiative „Steigerung der Attraktivität, Qualität und Rentabilität der dualen Berufsausbildung in Sachsen“. Die Studie basiert auf den Untersuchungen zur Einstellungen sächsischer Auszubildender zu ihrem Beruf und ihrer Ausbildung. 3300 Auszubildende u. a. von Dienstleistungsberufen wurden dabei befragt. Einige Handlungsempfehlungen – und das ist wahrhaft das Besondere an der Studie! -, die sich daraus ableiten, seien hier beispielhaft genannt:

  • „Auf das „Lernen im Arbeitsprozess“ mit Entwicklungspotenzial kommt es also an. Ganz entscheidend ist dabei, dass die Auszubildenden lernen, ihre Arbeitsaufträge oder die Arbeitsaufträge, an denen sie mitarbeiten, in die betrieblichen Geschäftsprozesse einzuordnen. Daraus erwächst Verantwortungs- und Qualitätsbewusstsein sowie Zusammenhangsverständnis.“
  • „Dabei muss vermieden werden, Auszubildende zu unterfordern. Die Regel, eher Auszubildende etwas zu überfordern (ohne das Scheitern zu provozieren) als zu unterfordern und ihnen zu ermöglichen, an den Brennpunkten der betrieblichen Organisationsentwicklung Erfahrungen zu sammeln, hat sich in diesem Zusammenhang bewährt. Dagegen bewirken Routinetätigkeiten, wie sie auch von Hilfskräften ausgeführt werden können, sowie das lehrgangsförmige Lernen in Lehrwerkstätten nur sehr begrenzt die Entwicklung beruflicher Identität und beruflichen Engagements.“
  • „Fehler zuzulassen, ist ein wichtiges ausbildungsdidaktisches Prinzip. Denn aus Fehlern kann man lernen. Dies schließt die Vermittlung der Einsicht ein, dass es in der Arbeitswelt stets darauf ankommt, berufliche Aufgaben vollständig zu lösen.“
  • „Das traditionelle Muster „Jemand hat ausgelernt“ sollte ersetzt werden durch das Leitbild des beruflichen Karriereweges und des lebensbegleitenden Lernens. […] Die Übergangsregelungen in der Schweiz, wonach der Zugang zum Fachhochschulstudium an eine abgeschlossene duale Berufsausbildung gebunden ist, gelten in diesem Zusammenhang als vorbildlich.“

Und derer folgen noch viele weitere, sehr schlüssig dargelegte Handlungsempfehlungen, die sich sicherlich auch auf unsere Aus-, Fort- und Weiterbildungssituationen adaptieren lassen und positive Ergebnisse zeitigen sollten.

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