Stadt-Land-Flucht-Studie bei Jugendlichen – ohne Bibliotheken!

3. Mai 2016 § Ein Kommentar

„Damit strukturschwache Regionen langfristig für junge Menschen attraktiv bleiben und werden, bedarf es einer langfristigen abgestimmten Unterstützung von Kommunen, Land und Bund – so ein zentrales Ergebnis der Studie, die von der Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer gefördert und finanziert wurde.“ [Pressebericht]

Und sie erraten es sicherlich: Mich stört zum wiederholten Male, dass die allermeisten „Abstimmungen“ erfolgen, ohne dass Bibliotheken auch nur einmal erwähnt währen. Keinerlei Relevanz erhielten sie jedenfalls im Studienbericht „Jugend im Blick – Regionale Bewältigung demografischer Entwicklungen“ des Deutschen Jugendinstituts e. V., der sicherlich eine ernsthafte Unterlage dafür dargestellt hatte. Derzufolge übrigens schätzen Jugendliche das Leben auf dem Lande – Bus nach 17 Uhr, WLAN, Lehrstellen, wohnortnahe Gymnasien, Jobs und Freizeitangebote jenseits von Schützenvereinen, freiwilliger Feuerwehr und Fußball-Clubs vorausgesetzt.

Mit „Makerspaces“ sind Bibliotheken wohl etwas zu spät dran oder haben es nicht genügend kommuniziert. Sonst hätten sie spätestens eine Rolle spielen müssen bei der Ausgangslage und Fragestellung der Studie:

Jugendclubs schließen und Kommunen können sich ihre Schwimmbäder nicht mehr leisten. Vereine ringen um den jungen Nachwuchs und kommerzielle Angebote wie Diskotheken, Kinos oder Läden sind bestenfalls in den Kreisstädten angesiedelt; doch auch dort richten sich die Angebote vermehrt an den Bedürfnissen der älteren Generationen aus. Im Jugendalter stellen allerdings gerade solche Orte und Gelegenheitsstrukturen, an denen sich junge Menschen mit Gleichaltrigen treffen können, wichtige Lern-, Erfahrungs- und Experimentierräume bereit. (S. 6)

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§ Eine Antwort auf Stadt-Land-Flucht-Studie bei Jugendlichen – ohne Bibliotheken!

  • Solange den Bibliotheken nicht der Ruf vorraus geht, modern und offen zu sein, bekommen die keine Schnitte. Weder von der einen noch von der anderen Seite. Für die, die es bezahlen sollen, verschlingt das alles nur Geld und die, die es konsumieren bentuzen könnten, für die ist es nicht hip genug – oder aber gar zu hip. Ach ja, die schweigende Mehrheit sollte nicht vergessen werden. Die satten und zufriedenen. Mündige Bürger wollen wir alle. Aber die wachsen eben nicht auf den Bäumen und können dort auch nicht geerntet werden. Dazu braucht es im Grunde nur die Möglichkeit sich ungehindert zu bilden. Das kostet Zeit, Energie und sicher auch etwas Geld. Es ist so spannend zu sehen, wie Menschen erblühen können, wenn sie etwas bewältigt oder herausgefunden haben. Für sich. Es ist die einzige Chance unsere Gesellschaft stark zu machen und reich – damit ist nicht nur Geld gemeint.

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