Test: Mit Behinderung Bibliothekswesen studieren

9. Februar 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

Fand ich erst toll: ein Portal mit dem Versprechen, Studierenden mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen die Fülle an Förderungen zu offerieren, die sie in ihrem gewünschten (oder bereits gewählten) Studienfach erhalten könnten. Super, ein prima Angebot! Nun, ich wollte wissen, wie es mit Förderungen im Bereich des Bibliothekswesens aussieht, um einen Hinweis auf das Portal mit einem realen Beispiel zu verknüpfen.

Nach Aufruf des Portals barrierefrei-studieren.de erschien auf der Einstiegsseite eine optisch auffällige Scheibe mit der Überschrift „Suche jetzt beginnen“ und den Wahloptionen „Angestrebter Abschluss“, „Studienabschnitt“, „Studienfach“, „Grad der Behinderung“. So einfach, so gut. Doch von wegen: „Suche jetzt beginnen …“

Geklickt auf „Suchen“ offenbart sich ein erneutes Formular mit der hoffnungsfreudigen Überschrift:
„Finde passende Förderung für dein Studium“. Doch dies ist nur möglich, wenn man sich registriert. Nun gut, das wäre VIELLEICHT noch akzeptabel, wenn mich nicht eklatant daran stören würde, dass mir vorher suggeriert worden wäre, meine Suche können „JETZT“ beginnen. Darunter verstehe ich auf keinen Fall ein neues Formular, noch dazu eines, dass mir zum Ende eine höchst fragwürde Frage stellt:

„Wie schätzt du deine akademischen Leistungen ein? Wenn du an der Hochschule noch keine Noten erhalten hast, gib eine Einschätzung deiner Schulleistungen an.“Einschätzung Schulleistung, Pop-up-Menü von barrierefrei-studieren.deNachdem ich nun schon so weit (und so irritiert) war, las ich mir spaßeshalber die Nutzungsbedingungen durch. Die ich natürlich keinesfalls bestätigen wollte, da ich schließlich nur einen Test beabsichtigte – den nun leider Sie, falls interessiert am Ergebnis, doch bitte selbst durchführen möchten. Ich las:

Die bei der Registrierung abgefragte große Anzahl an persönlichen Informationen, ist für die Auswertung unabdingbar.

Na, wenigstens hatte man es wohl auch selbst erkannt, wo der Hase im Pfeffer liegt. Ich bin jedenfalls wieder einmal sehr erleichtert, dass ich keine Behinderung habe. Doch ich fühle mit allen, denen es anders geht, wieder einmal sehr mit. Barrierefreiheit sieht anders aus!

Ansonsten hat man auf den restlichen Seiten versucht, viel Informationen rund ums Studieren mit Behinderung zu sammeln. Dass zuweilen einige Textstellen mit wenig relevantem Inhalt bzw. vielen Plattitüden, Füllwörtern und Wiederholungen zustande kame, ernüchtert auch hier und kostet viel zu viel Lesezeit. Ein Beispiel.

Damit Studierende sich voll und ganz auf ihr Studium konzentrieren können, sollte der Alltag möglichst reibungslos ablaufen. Dazu ist im Vorfeld allerdings einige Planungsarbeit zu leisten. Besonders Studierende mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten müssen bei der Organisation ihres Studienalltags viele Details beachten und planen. Eines der wichtigsten Faktoren ist zunächst die Wohnungssuche, die sich je nach Bedarf als umfangreich gestalten kann.

Prima dagegen die Übersicht der rechten Spalte mit fortlaufenden Infos zu neuen Fördermöglichkeiten, hier in übersichtlicher und knapper Form. Doch ohne eine Suchoption wären ältere Anzeigen bald aus dem Fokus verschwunden. Derzeit jedoch sind es erst fünf Meldungen, doch das Portal der Initiative für transparente Studienförderung gUG ist ja noch neu. Und Initiativen müssen auch nicht perfekt sein, denn wären sie es, könnten sie nicht mehr kostenlos funktionieren.

Ich wünsche daher den Seiten trotz einiger Kritik viel Erfolg, denn die Idee dahinter ist mehr als löblich. Sollten Sie für sich gute Erfahrungen mit der Seite gemacht haben, würde ich mich freuen, wenn das Kommentarfeld genutzt wird.

P. S.: Sorry, wenn ich Ihnen nun mit der Headline zu viel Hoffnung gemacht habe … da sieht man mal, wie schnell das frustriert, nicht wahr?!

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