#bibtag14 – Schlaue Facetten der Fortbildung?

17. Juni 2014 § 4 Kommentare

Hausinterne Fortbildung von Kolleg(inn)en für Kolleg(inn)en als Ergänzung für den Besuch von Veranstaltungen außer Haus bzw. die Einladung von Expert(inn)en von draußen, das forciert die Stadt- und Universitätsbibliothek Bremen (SuUB). Heike Kamp berichtet unter dem Vortragstitel „Eine Bibliothek macht sich selber schlau: Fortbildungen von Kollegen für Kollegen“ vom inspirierenden „Miteinandermachen“ und dem tiefgreifenden Effekt, den es mit sich bringt, wenn man sich durch Schulen gleich selber schult. Doch auch von der Geduld, die erforderlich ist, um Kolleg(inn)en zu motivieren, selbst einmal Vortragende sein, da doch gewisse Hemmschwellen bestehen, sich den anderen zu präsentieren.

Das Konzept geht auf. Kosten werden eingespart und auch Zeit, da niemand verreisen muss oder Referent(inn)en zu suchen und zu betreuen sind. Und sicherlich ist das Erfolgsrezept kollegialen Lernens die unbedingte Freiwilligkeit. Niemand muss, alle dürfen. Tatsächlich ergab die Nachfrage aus dem Plenum, man würde kein Buch darüber führen, wer alles an derartigen Fortbildungen teilnähme. Es würde sich von selbst regeln, denn innerhalb der Abteilungen schaut man wohl aufeinander und stupst sich dahingehend an, doch mal einfach mitzumachen.

Ich wäre nicht ernst zu nehmen …

Ich wäre keine sich selbst ernstnehmende Trainerin, wenn ich nicht folgende Frage stellen würde: Wo bleibt die Außensicht? Die Erfahrung anderer Bibliotheken, die mitgebracht werden können? Der außerhäusliche Erfahrungsaustausch mit anderen Bibliotheksarten, -sparten und -wesen? Die Aufmerksamkeit, Konzentration und Intensität, wie sie erst entstehen, wenn der eigene Erlebnisraum (Büro, Abteilung, Bibliothek, Ort) verlassen wird, um sich, dem gemütlichen Kuschelfaktor entronnen, auf andere(s) gänzlich neu einzustellen? Lerninhalte durch vermehrten Zeiteinsatz entsprechend zu vertiefen? Woanders die Reset-Taste gedrückt zu haben und mit einen Neustart versehen erfrischt mit anderen Augen den eigenen Arbeitsbereich zu entdecken?

Bitte nicht misszuverstehen: Hausinterne Fortbildung ist unbedingt empfehlenswert als niederschwellige, unkomplizierte Ergänzung von anderen Fortbildungsformen. Die mit der Gefahr verbunden ist, weil ja alles so gut zu laufen scheint, dass der Etat für Fortbildungen weiter zurückgefahren wird. Ich wäre keine gute Geschäftsfrau, wenn ich das nicht befürchten würde.

Und ich wäre keine gute Erwachsenenbildnerin, wenn ich Lernen nicht in all seinen Formen gut heißen würde. Das sollen auch meine Schlussworte sein: Lernt doch, was, wo, wie und mit wem ihr wollt – aber bitte, tut’s, … und tut’s mit Freude!

Und dass das offensichtlich wohl auch in der SuUB Freude macht, sich fortzubilden, das vermittelte uns Zuhörenden die Referentin sehr empathisch.

P. S.: Wäre fein, wenn es die Vortragsfolien als Argumentationshilfe für andere Bibliotheken noch auf den Opus-Publikationsserver schaffen würden.

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