Nicht besser gelaunt, jedoch entspannter

13. August 2013 § 2 Kommentare

Dass es einer Studie zu kognitiven und und emotionalen Prozessen bedarf, um festzustellen, dass ein gemeinsam eingenommenes Essen das Umgehen miteinander entspannter gestaltet, … nun ja. Interessant jedoch die Erkenntnis, dass das miteinander komponierte Gabel-und-Messer-Konzert nicht unbedingt die Laune heben muss. Was das mit Fortbildung zu tun hat?

Im Süden

Als Trainerin und Organisatorin von Fortbildung bin ich seit je her Verfechterin gemeinsamen Essens an selbigen Tagen. Im Süden muss ich da wenig Überzeugungsarbeit leisten. Hier lieben es die Teilnehmenden, sich gute ein- bis eineinhalb Stunden den Stress der Anreise von der Seele zu reden und spätestens beim Espresso per Du zu sein. Das kürzt zwar die Inhalte einer Fortbildung drastisch, nenne ich jedoch keinesfalls eine verlorene Zeit. Denn den entspannten Austausch und das damit verbundene Netzwerken halte ich für nachhaltiger, als es mancher Lerninhalt wohl zu sein vermag. (JA, ich stehe auf das Wort „Netzwerken“, und JA, und ich verwende auch „Nachhaltig“ im vollen Bewusstsein seiner ECHTEN Bedeutung!)

Im Osten

Im Osten Deutschlands reicht den meisten Teilnehmenden eine halbe Stunde für ein mitgebrachtes Schniddschen völlig aus. Der Vorschlag, miteinander Essen zu gehen, wird nur von wenigen angenommen. Von denen dann die Hälfte seltsamerweise unterwegs zum ausgemachten Ort hin verloren geht. Und der Rest, der um den kleinen Tisch passt, nicht aus Ostdeutschland gebürtig stammt. Dafür reicht die restliche Zeit für den Lerninhalt. Falls nicht wiederum mehrere den früheren Zug nehmen müssen, weil die DB-Verbindungen so schlecht sind. Ja, ist immer noch so.

Im Rest Deutschlands

Und im restlichen Fortbildungs-Deutschland? Ist Ruhetag beim einzig halbwegs genießbaren Italieners des Ortes. Oder muss pünktlich um 11.30 Uhr die Mensa aufgesucht werden, weil man später sonst ewig in der Schlange steht oder nichts anständiges mehr bekommt. Woraufhin man zwar gemeinsam aufbricht, sich die Gruppen und Grüppchen jedoch weiträumig im Saal verteilen.

Nun wollen die Wissenschaftler auf diesem Feld weitere Untersuchungen anstellen und herausfinden, wie sich die Essenssituation beispielsweise auf Empathie und Kreativität auswirkt.

DARAUF bin ich jetzt mal gespant. Sollte das Ergebnis sein, dass gemeinsames Essen kreativer macht, werde ich künftig nicht nur meine obligatorischen Gummibärchen verteilen, sondern gleich zum Brunch ausrufen! Berlin, ich bleibe dran!

[via idw-online]

 

 

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