Will ich’s, oder will ich’s nicht?

17. Juli 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Willenskraft, den berühmten inneren Schweinehund überwältigen, das fällt zuweilen schwer. Beim Verfolgen von Lernzielen können wir es genau spüren. Wir brauchen dazu Vorsätze, Entschlussfreude, müssen gegen Verlockungen gefeit sein, uns unter Kontrolle haben … aber halt: Kontrolle, was genau ist das?

Überkontrolle – sie behindert das freie Spiel von Willenskräften, strengt an und führt zu Überlastung. Zu hohe eigene  Leistungsanforderungen und die übergestülpten (bzw. angenommenen) Anforderungen anderer könnten den eigenen Zielen entgegen stehen.

Unterkontrolle – eine zu geringe Verlockungsressistenz gegen Ablenkungen und Verführungen, aber auch eine zu geringe Aufmerksamkeit verhindert die Konzentration auf das Ziel.

  • Wenn Sie schon Tage im Voraus wissen, wie ihr Tagesablauf aussehen wird …
  • Sie sich oft ausmalen, was an einer Sache schief laufen könnte …
  • Sie schlecht Nein sagen können …
  • Sie eher Dinge anderer erledigen als ihre eigenen …
  • Sie ständig Zukunftsängste haben …
  • Sie oft beunruhigt sind, etwas Wichtiges vergessen zu haben …

… dann könnten das Symptome einer Überkontrolle sein.

  • Wenn Sie höchstens einmal am Tag Ihre E-Mails abrufen …
  • Sie Projektänderungen als tolle Chance zur Entwicklung sehen …
  • Sie Überraschungen lieben …
  • den Erwartungen anderer kaum Aufmerksamkeit schenken …
  • sie es anderen überlassen, sich anzustrengen …
  • sich lieber auf Ihr Gedächtnis verlassen und Notizen als Überflüssig ablehnen …

… dann liegt möglicherweise eine Unterkontrolle vor.

Genau richtig liegen Sie irgendwo in der Mitte. Ein optimales Ausmaß an Selbstkontrolle finden Sie, wenn Sie Anspannung und Entspannung über den Tag, über die Woche und über das Jahr hinweg verteilen.

  • Ein gut durchgeplantes, zielgerichtetes Arbeitsverhalten („Bis Ende der Woche will ich den Lernstoff durch stündliche Themenpakete verinnerlicht haben“),
  • welches Unterbrechungen zulässt („Heute Nachmittag gehe ich Schwimmen, es ist der heißeste Tag der Woche“),
  • und die Fehlzeit durch eine ausgleichende Planänderung kompensiert („Pro Tag eine halbe Stunde früher aufgestanden und so gekocht, dass eine zweite Mahlzeit zum zeitsparenden Aufwärmen übrig bleibt“) dürfte die goldene Mitte sein.

[Angeregt aus der „Landauer Selbstführungskompetenz“ von Günter F. Müller, 2011]

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